Formel 1

Hauseigene Lösungen erhalten Vorzug - Renault verwirft Illien-Konzept

Die Zusammenarbeit mit Mario Illien trägt zunächst keine Früchte: Renault gibt der hauseigenen Lösung den Vorrang. Ganz umsonst soll es aber nicht gewesen sein.
von Heiko Stritzke

Motorsport-Magazin.com - Im Winter hatte Renault verkündet, bei der Entwicklung der Power Unit mit dem früheren Motorenpapst Mario Illien zusammenzuarbeiten. Jetzt zeigt sich: Zählbare Resultate hat die Kooperation nicht erbracht. Die schweizerische Technologie-Firma Ilmor hatte einen Einzylinder-Prototyp unter Berücksichtigung des Token-Systems gebaut, den Renault auf dem Prüfstand getestet hat. Doch in Viry-Chatillon war man nicht überzeugt und bevorzugt stattdessen eigene Lösungen.

Ich sage nicht, dass die Zusammenarbeit mit Ilmor wertlos wäre.
Cyril Abiteboul

"An unserem jetzigen Motor oder dem Motor, der kommen wird, wird nichts von Ilmor dran sein", sagte Cyril Abiteboul gegenüber Motorsport.com. Alles also umsonst? Das will der Franzose nicht gelten lassen: "Ich sage nicht, dass die Zusammenarbeit mit Ilmor wertlos wäre. Was ich sage ist, dass sich zum jetzigen Zeitpunkt nichts ergeben hat, was wir an unserem Aggregat verwenden werden." Es habe positive Einflüsse seitens Illien auf die eigene Arbeit gegeben, versicherte er.

Der 37-Jährige wollte nicht ausschließen, dass bei künftigen Projekten das Ilmor-Konzept Verwendung finden könnte. Renault hat als Alternativ-Szenario zum werksseitigen Wiedereinstieg in die Formel 1 auch einen Exit-Plan in der Schublade liegen. Positiv niedergeschlagen habe sich die Zusammenarbeit in jedem Fall: "Ich denke, die Zusammenarbeit ist gut. Es ist gut, mit Leuten zusammen zu arbeiten, die von außen kommen, weil man sich niemals intern verbessern kann, wenn man sich nicht in Wettbewerb, aber auch in Kooperationen mit Leuten, die außerhalb stehen, begibt. Es ist gut, externe Ansichten, Hilfe und Feedback zu erhalten."

Für Mercedes wird es nicht reichen

Mit dem gewaltigen Update, bei dem Renault in der Schlussphase der Saison alle noch angesparten Token auf einmal verpulvern wird, soll ein großer Schritt gelingen: "Ich will einen sichtbaren Unterschied, nicht bloß einen, den der Ingenieur auf seinem Laptop in der Telemetrie sieht", so Abiteboul. "Ich will einen merklichen Unterschied in der Rundenzeit." Dennoch gilt es, realistisch zu bleiben: "Es ist nicht die Art Unterschied, die es Red Bull erlauben wird, direkt zu Mercedes aufzuschließen, da sollten wir ehrlich sein. Aber es wird einen substanziellen Teil des Rückstands, den wir auf Mercedes haben, wettmachen."


Weitere Inhalte:
Mitarbeiter Motorsport Designer Journalismus Programmierer Video