Ferrari präsentiert sich in Barcelona deutlich schwächer als zuletzt. Nachdem man Mercedes in den vergangenen Rennen recht nahe gerückt war, sollten beim Update-Festival in Spanien jede Menge neue Teile die Lücke eigentlich vollends schließen. Das Gegenteil war der Fall. Am Freitag fehlte der Scuderia plötzlich erstaunlich viel Zeit auf die Silberpfeile. Die Lösung: Das Team entschied sich zu einem Split und baute das Auto von Kimi Räikkönen für den Rest des Wochenendes auf die Ursprungsversion zurück.

"Nachdem gestern ein so schwieriger Tag war, wollten wir sicherstellen, dass ein Auto heute funktioniert. Es war eine gemeinsame Entscheidung von mir und dem Team. Wir wussten natürlich, dass es ein Risiko ist und vielleicht schwierig werden könnte. Ich hätte aber nicht gedacht, dass es so schlecht werden würde, wie es heute war. Ich bin nur herumgerutscht", poltert Räikkönen.

Erneuter Umbau unmöglich

Für Vettel, mit der neuen Version, lief es im Training am Samstag hingegen deutlich besser. Ob Ferrari Räikkönens Auto deshalb hätte umbauen sollen? "Nein. Dazu ist es zu viel Arbeit. Es gab keine Chance", versichert Räikkönen.

Im Qualifying reichte es für den Iceman in der alten Version des SF15-T somit nicht zu einem guten Ergebnis. Er landete nur auf dem siebten Platz, klagte über weitere Probleme. "Weil aus irgendeinem verrückten Grund ein Reifensatz im Reifenwärmer verbrannt ist, hatten wir am Ende nur noch einen Satz frische Reifen. Auf dem hatte ich dann wenig Grip und habe eine schlechte Runde gehabt. Das hat es zerstört. So war ich im letzten Qualifying auch noch langsamer als im zweiten, was noch ganz gut lief. Das schlechte Resultat ist da ganz normal. Pech gehabt, aber es ist, wie es ist. Es sind schwere Tage, aber das ist Teil des Spiels", sagt Räikkönen frustriert.

Räikkönen rechnet mit einer Aufholjagd im Rennen -, Foto: Sutton
Räikkönen rechnet mit einer Aufholjagd im Rennen -, Foto: Sutton

Volle Attacke in Kurve eins bis drei

Der Finne muss das Ruder also einmal mehr im Rennen herumreißen. Doch stehen nun - unmittelbar vor ihm - auch noch zwei Toro Rosso, die es zu überholen gilt, bevor Räikkönen sich mit den eigentlichen Gegner messen kann. "Du bist eben nie in einer einfachen Position, wenn du dich nicht gut qualifizieren kannst. Es macht das Leben natürlich viel leichter, wenn du weiter vorne stehst", sagt Räikkönen. Seinen Optimismus hat der Iceman allerdings längst nicht verloren.

"Das Rennen ist morgen. Wir haben noch immer ein gutes Paket und die nötige Speed im Auto. Jetzt müssen wir das Beste daraus machen und einen guten Start erwischen. Das DRS sollte es später etwas leichter machen zu überholen, aber besonders wichtig ist hier, dass du in den ersten drei Kurven einen guten Job machst", sagt Räikkönen. Immerhin: Dass er die Kunst einer starken ersten Runde beherrscht, bewies der Finne in diesem Jahr bereits mehrfach. Zudem startet Räikkönen von der sauberen Seite.