Formel 1 / Kolumne

Massedämpfer: Der Samstag: Drei Deutsche & zwei Österreicher in Melbourne

Und wieder war nicht Michael Schumacher, sondern Nick Heidfeld der beste Deutsche in Melbourne. Diesmal war das Wetter schuld.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - "Ich hab's kommen sehen", ließ Michael Schumacher nach seiner vom plötzlich einsetzenden Regen im wahrsten Sinne des Wortes verhagelten Qualifying-Runde ein gewisses hellseherisches Talent durchblicken. Genützt hat es ihm nichts. Denn obwohl seine Mechaniker noch rechtzeitig die Trocken- gegen normale Regenreifen tauschen konnten, hätte der Weltmeister auf seiner Runde "lieber die extremen Regenreifen" auf dem F2004 M aufgezogen gewusste. Aber im Nachhinein ist man bekanntlich immer schlauer.

Das wird sich auch Nick Heidfeld denken, der nach seinem Qualifying Run nicht zufrieden war. "Es war offensichtlich keine so gute Runde", gestand der Mönchengladbacher ein. "Ich kann mit meiner Runde nicht zufrieden sein, ich habe mich in Kurve zwölf zu weit nach außen tragen lassen, bin neben die Strecke gerutscht und habe Zeit verloren."

Im Gegensatz zum Ferrari-Star aus deutschen Landen trafen Quick Nick und sein Team wenigstens die richtige Reifenwahl. " Wir hatten uns für Intermediates entschieden, das war definitiv die richtige Wahl. Jetzt bin ich gespannt, welche Bedingungen wir morgen vorfinden."

Für das Rennen hegt Heidfeld jedenfalls einige Hoffnungen. "Das Rennen ist lang und beim ersten Rennen fallen normalerweise viele Fahrer aus, weswegen ich hoffe, dass wir recht weit vorne ins Ziel kommen werden."

Michael Schumacher hat dieses Ziel ebenfalls noch nicht aufgeben. "Wir werden versuchen WM-Punkte oder sogar noch mehr nach Hause zu fahren", gibt sich Schumacher noch nicht auf. "Ein Podestplatz ist nicht außer Reichweite. Auch wenn es sehr schwierig wird."

Das Pech im Wetterroulette nimmt er philosophisch: "Ich hatte gehofft, dass das Wetter noch einen Moment lang hält, aber das war wohl nichts. Wer weiß, vielleicht haben wir ja morgen die Bedingungen in die andere Richtung. Das Wetter hat mir schon so oft geholfen, da kann ich es akzeptieren, dass es diesmal nicht so war."

Und auch Ralf Schumacher, der nur einen Platz vor Michael Schumacher in den Ergebnislisten geführt wird, muss sich mit dem verkorksten 1. Qualifying abfinden. "Die Reihenfolge ist ja ganz okay, aber wir müssten das Feld noch umdrehen", scherzte Ralf. "Wir haben gewusst, dass es kurz vor mir anfangen würde zu regnen, aber wir haben auch gehofft, dass es nicht so ist. Es hat nicht sollen sein."

Für morgen hofft der Wahl-Österreicher deswegen auf "stabileres" Wetter, wobei die Toyota-Wetterfrösche am Vormittag Schauer und am Nachmittag trockene Bedingungen voraussagen. "Also werde ich garantiert wieder im Regen fahren, während alle anderen im Trockenen fahren", zeigte Ralf, dass er seinen Humor noch nicht verloren hat. "Aber so viel schneller kann ich gar nicht sein, also werde ich das Feld wohl von hinten aufrollen müssen. Aber die langsamen Autos lassen sich eh besser überholen."

Ähnlich schwer hatten es auch die beiden aktiven F1-Österreicher Christian Klien und Patrick Friesacher, wobei der Minardi-Pilot nach dem Hickhack vom Vortag heute endlich sein F1-Debüt geben durfte. "Ich bin zum ersten Mal in der Formel 1 und ich habe noch nie so etwas erlebt."

"Es war ziemlich schwierig und ich weiß, dass ich noch viel lernen muss", zeigte sich Friesacher lernbereit. "Es war das erste Mal, dass ich mit dem Auto in 2005er Konfiguration gefahren bin und das im Regen auf einer für mich neuen Strecke." Deshalb schickte Patrick ein großes Lob an seine Mechaniker, die sein Auto über Nacht regelkonform umrüsteten.

Genau wie sein Landsmann zeigte sich auch Christian Klien mit seinem Samstag zufrieden. "In den letzten Sekunden bevor ich auf die Strecke ging war es schwierig die richtige Reifenwahl zu treffen", gab der Vorarlberger zu Protokoll. Die Entscheidung zugunsten von Intermediates empfindet Klien als "richtig". "Meine Runde war in Ordnung und ich machte keine Fehler."


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