Formel 1 / Hintergrund

Eine italienische Institution - Portrait: Luca di Montezemolo

Luca di Montezemolo nimmt seinen Hut als Ferrari-Präsidenten. Motorsport-Magazin.com blickt auf seine Karriere zurück.
von Kerstin Hasenbichler

Motorsport-Magazin.com - Luca di Montezemolo und Ferrari - diese beiden Namen waren 23 Jahre unzertrennlich miteinander verbunden. Jetzt ist damit Schluss. "Ich habe mich dazu entschieden, meinen Posten als Vorsitzender nach beinahe 23 fantastischen und unvergesslichen Jahren (plus jene mit Enzo Ferrari in den 70ern) zu räumen", erklärte Montezemolo. Der Italiener war seit 1991 Verwaltungsvorsitzender von Ferrari sowie Mitglied des Verwaltungsrates der Fiat-Gruppe, dessen Vorsitz er von 2004 bis 2010 innehatte.

"Ferrari ist eines der wundervollsten Unternehmen der Welt", sagte di Montezemolo zum Abschied. "Es war mir eine Ehre und ein Privileg, dieses Unternehmen zu führen. Ich habe all meine Begeisterung und Entschlossenheit in diese Jahre investiert. Gemeinsam mit meiner Familie wird Ferrari für mich immer das Wichtigste in meinem Leben bleiben."

Enzo Ferrari war von Montezemolo begeistert - Foto: Sutton

Die Anfänge

Seine Ferrari-Karriere nahm mit der Radiosendung Chiamate Roma 3131 seinen Lauf. Die Moderatoren Gianni Boncompagni und Mario Moccagatta diskutierte in ihrer Sendung die Krise bei Ferrari - Montezemolo, damals noch Student, rief an und hielt eine leidenschaftliche Rede auf Enzo Ferrari, der die Sendung verfolgte und ihm daraufhin seine Biografie schickte mit einer persönlichen Widmung "Für Luca Montezemolo und seine mutigen Worte und Taten." Nach der Radiosendung stand für Enzo Ferrari fest, dass er einen Mann wie Montezemolo an seiner Seite gebrauchen könnte.

1973 brach Montezemolo sein Studium in den USA ab und arbeitete daraufhin als persönlicher Assistent von Enzo Ferrari. Der Anfang war gemacht - innerhalb eines Jahres stieg Montezemolo zum Leiter der Rennsportabteilung auf, mit dem Fokus auf die Formel 1. 1975 erfolgte die Ernennung zum Rennleiter sämtlicher Rennsportaktivitäten von Fiat. Mit Montezemolo am Ruder gewann Ferrari von 1975 bis 1977 die Konstrukteursweltmeisterschaft, worauf sich der Italiener eine neue Herausforderung abseits von Ferrari suchte.

Erfolgstrio: Montezemolo, Todt, Schumacher - Foto: Sutton

Rückkehr zu Ferrari

1991 kehrte der Italiener zur Scuderia zurück und wurde von Gianni Agnelli zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Erneut brachte Montezemolo das in wirtschaftliche Nöten geratene Unternehmen auf Erfolgskurs. Unter seine Anleitung holte Ferrari 1993 Jean Todt und drei Jahre später Michael Schumacher ins Boot. Bis 2004 gewann Ferrari weitere fünf Konstrukteurs- und drei weitere Fahrertitel. Der letzte Erfolg unter der Leitung von Montezemolo war der Fahrertitel 2007 (Kimi Räikkönen) sowie der Gewinn der Konstrukteurs-WM 2008. In den letzten Jahren konnten die Erfolge der Vergangenheit nicht wiederholt werden, was zur Folge hatte, dass Montezemolo nun seinen Hut nahm.


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