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Formel 1 / Interview

Mit der Strategie verrechnet - Felipe Massa

Felipe Massa haderte bei Motorsport-Magazin.com mit seiner Rennstrategie. Mit einem früheren Stopp wäre Platz drei möglich gewesen.
von Karin Sturm

Motorsport-Magazin.com - Du warst gerade am Anfang ganz vorne mit dabei, dann lief es nicht mehr so gut. War das ein Strategieproblem?
Felipe Massa: Es war schwierig, vorher zu wissen, was passieren würde, weil wir keine Ahnung bezüglich der Reifen hatten. Zwei Stopps wären für mich unmöglich gewesen - und so ein vorgezogener Stopp erschien mir auch ziemlich riskant. Aber es hat sich gezeigt, dass wir uns da geirrt haben und durch das spätere Stoppen zwei wichtige Positionen verloren haben - und dann auch noch ständig hinter anderen Autos her gefahren sind, was noch mehr Reifen gekostet hat. Ich hing auch lange hinter Sutil - das Problem war, dass er zwar ein bisschen langsamer war, aber eben doch nicht so viel, dass ich vorbei gekommen wäre. Durch seine andere Strategie konnte er mit den Spitzenautos da wirklich gut mithalten - mir hat das natürlich nicht geholfen.

Ein bisschen ärgert mich das schon, denn ohne diesen Irrtum hätte ich vielleicht auf's Podium kommen können
Felipe Massa

Es wäre also mehr drin gewesen?
Felipe Massa: Ich war Zweiter, war eigentlich sogar schneller als Vettel. Fernando und einige andere haben früher gestoppt. Wir dachten, das sei vielleicht zu früh, weil wir befürchtet haben, dann am Ende des Rennens Probleme zu bekommen. Ein bisschen ärgert mich das schon, denn ohne diesen Irrtum hätte ich vielleicht aufs Podium kommen können.

Hat Fernando selbst entschieden, so früh reinzukommen?
Felipe Massa: Ja, er hat von sich aus gesagt, er wolle unbedingt in der Runde reinkommen. Er hat es riskiert - und es hat sich am Ende ausgezahlt.

Bist du trotzdem halbwegs zufrieden?
Felipe Massa: Auch wenn es nicht für das Podium gereicht hat, im Vergleich zu 2012 war es auf jeden Fall ein positiver Beginn. Vor allem auf einer Strecke, auf der ich bisher fast nie besonders gut zurechtgekommen bin. Es war ein guter Beginn für die WM.

Felipe Massa hofft, dass Ferrari auch auf anderen Rennstrecken mit Red Bull mithalten kann - Foto: Sutton

Alle haben vor dem Rennen die große Red-Bull-Langeweile befürchtet. Dann kam es nicht so. Was meinst du - eine Ausnahme oder das Bild für die ganze Saison?
Felipe Massa: Ich hoffe, dass das das Bild für die ganze Saison ist. Aber man hat schon bei den Wintertests gesehen, dass sie ein sehr gutes Auto haben. Und auch im Qualifying waren sie extrem schnell, im Rennen hat es dann nicht so besonders bei ihnen gepasst, da hatten sie einen sehr hohen Reifenverschleiß. Aber nun ist das hier auch eine besondere Strecke, ein Straßenkurs, man muss abwarten, ob sich das wiederholt. Ich hoffe natürlich, dass sie nicht alles gewinnen und wir mit unseren Autos zumindest mithalten können. Wir führen im Moment in der Konstrukteurs-WM - das ist schon einmal ein guter Anfang.

Was waren für dich die großen Überraschungen des Rennens?
Felipe Massa: Die erste sicherlich Lotus, vor allem, wie toll die ihr Auto für das Rennen abgestimmt hatten. Und die zweite, die negative, war sicherlich McLaren, die man schon deutlich stärker erwartet hätte, vor allem, wenn man sieht, wie stark sie das letzte Jahr abgeschlossen haben. Vielleicht haben die doch einen falschen Weg eingeschlagen.

Dein Ausblick auf Malaysia?
Felipe Massa: Das wird ein komplett anderes Rennen, andere Strecke, andere Temperaturen, andere Reifen. Aber auch dort wird man sehr auf den Reifenverschleiß aufpassen müssen. Da habe ich früher immer ein paar Probleme gehabt. Das wird bei den ersten Rennen sowieso wieder der Schlüssel zum Erfolg sein - die Reifen richtig verstehen zu lernen. Es könnte sein, dass es da noch einige Überraschungen gibt.


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