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Formel 1 / Interview

Lotus hat alles richtig gemacht - Christian Danner

Motorsport-Magazin.com-Experte Christian Danner analysiert den Australien GP und verrät, warum er schon im Vorfeld Lotus auf der Rechnung hatte.
von Karin Sturm

Motorsport-Magazin.com - Nach dem Qualifying rechneten alle mit einer Solo-Fahrt von Sebastian Vettel. Wieso kam es nicht dazu?
Christian Danner: Es sah schon danach aus, aber umso mehr ärgere ich mich, dass ich nicht gewettet habe. Ich hätte sicher ein paar tausend Dollar gewinnen können. Ich habe gewusst, dass Räikkönen das Ding macht, somit hätte ich sicherlich nicht nur ein paar Hunderte gesetzt. Das zeigt mir, dass ich nicht fürs Spielen geeignet bin und es auch nie sein werde.

Nach dem ersten Reifenwechsel war mir klar, dass Lotus zwei Stopps macht und Kimi gewinnt
Christian Danner

Also hast du nach dem Qualifying nicht zu denen gezählt, die von einer Vettel-Solofahrt ausgingen.
Christian Danner: Naja, eigentlich kann man schon davon ausgehen, wenn Sebastian auf der Pole steht. Deswegen konnte man schon von einer Dominanz ausgehen. Aber schon im ersten Stint war klar zu sehen, dass Kimi und Lotus deutlich weniger den Reifen verschleißen und er ist auch viel länger draußen geblieben als die anderen. Gleichzeitig ist er immer noch super Zeiten gefahren. Nach dem ersten Reifenwechsel war mir klar, dass Lotus zwei Stopps macht und Kimi gewinnt.

Hat sich Red Bull beim Setup zu sehr auf das Qualifying konzentriert?
Christian Danner: Ja, klar. Lotus hat alles richtig gemacht und hat sich mehr auf das Renn-Setup konzentriert, bei Red Bull ging es vielleicht etwas mehr in Richtung Qualifying. Der Abstand auf Hamilton war 1,7 Sekunden - das war schon beeindruckend. Das ist aber kein Beinbruch. Das passiert einmal, beim nächsten Mal schaut es wieder anders aus.

Kann man aus Melbourne Schlüsse ziehen, auch wenn Malaysia eine völlig andere Strecke ist?
Christian Danner: Red Bull hat hier zwei Autos im Ziel gehabt. Bei Webber gab es einige, technische Probleme, aber sie werden das alles analysieren und darauf reagieren. Das war schon immer die Stärke des Teams. Die kennen das Auto, denn es ist das gleiche wie letztes Jahr, nur weiterentwickelt. Somit ist das Auto zu verstehen und zu beherrschen. Das ist nicht wie bei McLaren, bei denen alles neu ist.

Sutil führt das Feld an, während McLaren irgendwo hinten um Platz acht, neun herumfährt. Das ist lächerlich
Christian Danner

McLaren ist die große Enttäuschung.
Christian Danner: Absolut. Das ist eine Katastrophe. Beide Autos waren langsam. Adrian Sutil führt das Feld an, während McLaren irgendwo hinten um Platz acht, neun herumfährt. Das ist lächerlich. Natürlich werden sie es hinkriegen, aber Fakt ist, dass es gut gewesen wäre, die Saison vorne zu beginnen und nicht hinten.

Du hast Adrian angesprochen - ein tolles Comeback, oder?
Christian Danner: Das war schon klasse, ein Einstand nach Maß. Er lag in Führung, Sebastian fuhr hinter ihm. Ich werde ihm auch noch persönlich sagen, dass mir seine Performance gut gefallen hat.

Wie hat dir Mercedes gefallen?
Christian Danner: Generell hat mir Mercedes sehr gut gefallen. Sie wollten zuerst unbedingt mit zwei Stopps fahren, das war offensichtlich. Da hat man sich leider etwas vertan. Das war nicht die beste Entscheidung und dann kam Plan B - und der sah so aus, dass man Lewis noch einmal herein holte. Damit hat man Zeit verloren, aber die Basis ist deutlich besser als letztes Jahr. Nur die Zuverlässigkeit ist nicht gut. Mercedes ist ja öfters stehen geblieben, nicht nur hier im Rennen.

Daran muss das Team also noch arbeiten. Glaubst du, dass sie sich bei der Spitzegruppe halten können?
Christian Danner: Ja, das glaube ich.


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