Formel 1 / Hintergrund

Wenn Red Bull die 1. Runde überlebt... - Formcheck: Wie sind die Favoriten in Korea drauf?

... dann fahren Mark Webber und Sebastian Vettel in Korea dem Feld davon, da sind sich viele Fahrer und Experten einig. Wie halten Ferrari und McLaren dagegen?
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die Ausgangslage vor dem 16. Rennen des Jahres: Fernando Alonso führt die Weltmeisterschaft nach wie vor an, doch sein Vorsprung auf Sebastian Vettel ist seit dessen beiden Siegen in Singapur und Japan auf vier Punkte geschrumpft. Vieles deutet auf ein Duell der beiden Kontrahenten hin, denn Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton liegen auf den Plätzen drei und vier bereits mit 37 respektive 42 Zählern hinter Alonso.

Große Überraschungen in Sachen WM gab es beim Qualifying in Korea nicht. Red Bull besetzt wieder einmal die erste Startreihe, obwohl sich diesmal Mark Webber gegen Teamkollege Vettel durchsetzen konnte. Mit Hamilton, Alonso und Räikkönen lauern die üblichen Verdächtigen auf den weiteren Startplätzen. Gewinnt Vettel den Korea Grand Prix und damit sein viertes Rennen in dieser Saison, würde er erstmals seit dem Spanien GP im Mai wieder die Spitze übernehmen. Dafür muss der Heppenheimer jedoch erst einmal an seinem Teamkameraden vorbei.

Wenn Mark Webber vorne wegfahren kann, hat er schon eine Chance, das Rennen zu gewinnen.
Christian Danner

Red Bull kommuniziert geschlossen, dass es keine Teamorder geben wird, solange Webber noch theoretische Chancen auf den WM-Titel hat. Wie man es beim Weltmeister-Team gewohnt ist, wird der Australier mit Sicherheit nicht kampflos nachgeben. "Wenn Mark Webber vorne wegfahren kann, hat er schon eine Chance, das Rennen zu gewinnen", meinte Christian Danner bei Motorsport-Magazin.com. "Das wird aber nicht einfach, denn dafür muss er erst einmal richtig starten, was nicht zu seinen Stärken zählt, auf den Geraden nicht überholt werden und auf seinen Reifenverschleiß achten, der bei ihm stets größer ist als bei Vettel."

WM-Leader Alonso hat einen etwas weiteren Weg vor sich, an die Spitze des Feldes zu fahren, doch er sieht Ferrari für das Rennen sehr gut aufgestellt. Im Qualifying habe Red Bull zwar dominiert, doch der Rennsonntag sei noch einmal eine andere Geschichte. "Die Racepace hängt von vielen Dingen ab", erklärte Alonso. "Unsere Stärken sind Strategie, Reifenmanagement, Starts und Boxenstopps. Nimmt man alle Faktoren zusammen, sind wir das stärkste Team. Darum liegen wir in der WM in Führung."

Wir werden die Führung in der Meisterschaft mit Sicherheit in einem der nächsten fünf Rennen verlieren.
Fernando Alonso

Klingt zuversichtlich, dass neben zahlreichen Experten rechnete selbst Alonso damit, dass Vettel in der WM zumindest kurzzeitig an ihm vorbeiziehen wird. "Wir werden die Führung in der Meisterschaft mit Sicherheit in einem der nächsten fünf Rennen verlieren", so Alonso. "Aber wir können in Brasilien auch 24 Punkte hinter Vettel liegen, wenn wir dort gewinnen und er scheidet aus, ist der Sieg genauso viel wert." Doch soweit soll es aus Ferrari-Sicht sicherlich nicht kommen müssen. Jedoch wird es keine einfache Aufgabe für die Verfolger, die beiden RB8 zu überholen. Das Fahrerlager ist sich einig: Wenn Webber und Vettel die Anfangsrunden überstehen, enteilen sie dem Feld.

"Sollten die Red Bulls vorne wegfahren, wird es schwierig, mit ihnen mitzuhalten", glaubte Lewis Hamilton, der selbst ein Auge auf den Sieg geworfen hat und seinen Vorteil darin sieht, dass Vettel von der schmutzigen Seite der Strecke starten muss. In Suzuka fuhr Vettel in einer eigenen Liga und hätte wohl noch eine Schippe drauflegen können - in Korea könnte die Sache wieder anders aussehen, weil die Strecke dem Auto nicht ganz so gut liegt wie der japanische Kurs. "In Suzuka war Red Bull in einer anderen Kategorie, hier ist der Abstand nicht ganz so groß", meinte Alonso. Das Korea-Layout habe Ferrari geholfen, den Nachteil etwas auszugleichen.

Sowohl Red Bull, Ferrari als auch McLaren zeigten sich nach ihren Longruns mit viel Sprit an Bord zuversichtlich bezüglich ihrer Pace. Für Danner ist die Sache aber auch in Korea eindeutig: "Sebastian hätte in Suzuka noch viel schneller fahren können. Deswegen glaube ich, dass die Konkurrenz sich warm anziehen muss - beide Red Bull werden vorne wegfahren."


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