Formel 1 / Kolumne

Pro und Contra: Perez zu Ferrari?

Wie viele Chancen sollte Felipe Massa von Ferrari erhalten, immerhin steht mit Sergio Perez ein würdiger Nachfolger bereits in den Startlöchern.
von Kerstin Hasenbichler & Stephan Heublein

Pro: Star der Zukunft

Autor: Kerstin Hasenbichler

Nach den Podestplätzen in Malaysia, Kanada und zuletzt in Italien gilt Sergio Perez als heißester Kandidat auf die Nachfolge von Felipe Massa bei Ferrari. Der Brasilianer blieb bis auf wenige Ausnahmen unter den an ihn gestellten Erwartungen. Für den Mexikaner wäre ein Wechsel zu Ferrari ein Glücksfall. Jeder F1-Pilot träumt davon, einmal für die Scuderia zu fahren.

Perez gilt als Star der Zukunft und wo könnte er besser sein Talent unter Beweis stellen als bei einem Top-Team wie Ferrari? Mit Fernando Alonso hätte er einen zweifachen Weltmeister als Teamkollegen, der ihm einiges beibringen könnte. Auch Massa hat davon profitiert, an der Seite von Altmeister Michael Schumacher zu fahren.

Noch sitzen Massa und Perez in unterschiedlichen Autos - Foto: Sutton

Dass der Sprung von einem Mittelfeld- in ein Top-Team auch erfolgreich verlaufen kann, zeigt das Beispiel Kimi Räikkönen. Nach nur einem Jahr bei Sauber heuerte der Finne bei McLaren an. Es folgten der Wechsel zu Ferrari und der WM-Titel. Auch Ferrari täte gut daran, Perez so schnell wie möglich ins rote Boot zu holen ehe ihn ein anderes Top-Team wegschnappt.

Der junge Mexikaner könnte neuen Wind und neue Motivation ins Team bringen. Mit Blick auf die Konstrukteurs-WM wäre ein Fahrerwechsel nur der logische Schritt. Momentan kann lediglich Alonso in jedem Rennen das Maximum aus dem Auto herausholen. Für die Konstrukteurs-WM und die damit verbundenen TV-Gelder braucht Ferrari aber zwei Fahrer, die das schaffen.

Contra: Zeit geben zum Entwickeln

Autor: Stephan Heublein

Schnell fahren und schnell hochjubeln - das gehört im PS-Geschäft der Formel 1 zum Alltag. Kaum hat ein junger Fahrer ein überraschend starkes Ergebnis eingefahren, wird er schon ins nächstbessere Team geschrieben. Wenn er dann auch noch Ferrari-Junior ist wie Sergio Perez, ist nicht nur die italienische Presse kaum noch zu halten.

Dem jungen Piloten tut das in den wenigsten Fällen gut. Im Fall Perez könnte es sich sogar als sportlich fatal erweisen, sollte er bei Ferrari 2013 ein ähnlich schwer fahrbares Auto vorfinden wie Massa dieses Jahr. Selbst ein erfahrener Pilot wie Giancarlo Fisichella strauchelte bei seinem Versuch als Massa-Ersatz 2009.

Perez feiert mit Sauber Erfolge - Foto: Sutton

Für die weitere Karriere von Perez könnte das vernichtende Konsequenzen haben, denn dann wäre er ein gescheiterter Ex-Ferrari-Pilot und die Formel 1 ist nur selten für zweite Chance im Stil von Romain Grosjean bekannt. Im Normalfall heißt es eher: Rasch Hochjubeln und ebenso schnell wieder fallen lassen.

Trotz des berechtigten Lobs für die starken Leistungen von Perez sollte man nicht vergessen, dass der Mexikaner erst seine zweite Saison fährt. Gebt ihm Zeit, sich bei Sauber in Ruhe und ohne Druck zu entwickeln.


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