Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1 / Interview

Große Vorfreunde auf Silverstone - Kimi Räikkönen

Kimi Räikkönen spricht im Interview über das vergangene Rennen in Valencia und blickt auf den Großbritannien GP in Silverstone voraus.

Motorsport-Magazin.com - Wie würdest du deine Saison bisher beschreiben?
Kimi Räikkönen: Wenn man mich vor der Saison gefragt hätte, ob ich mit Podiumsplätzen zufrieden gewesen wäre, hätte ich ja gesagt, aber jetzt hatte ich einige gute Ergebnisse und will mehr. In den letzten paar Rennen waren die Ergebnisse nicht so stark wie ich wollte. Wir haben gute Ergebnisse erzielt, aber ich bin enttäuscht, noch keinen Sieg eingefahren zu haben. Aber wir müssen nur alles zusammenbekommen und dann bin ich mir sicher, dass er kommen wird.

In den letzten paar Rennen waren die Ergebnisse nicht so stark, wie ich wollte
Kimi Räikkönen

Wie hast du dich am Ende des Europa GP gefühlt?
Kimi Räikkönen: Ich war glücklich, aber gleichzeitig enttäuschend. Das ist logisch, wenn man nicht gewinnt. Das Rennen ist für mich nicht perfekt gelaufen. Ich hatte einen guten Start, wurde dann blockiert und habe einige Plätze verloren. Mir ist es gelungen, ein paar Positionen zurück zu gewinnen, aber es war nicht einfach. Beim Re-Start habe ich einen Platz an Lewis [Hamilton] verloren. Die Reifen haben aus der Kurve heraus einfach zuviel durchgedreht. Als ich dann Dritter war, sind einige Piloten ausgefallen und ich dachte, ich würde die Reifen ein bisschen schonen und versuchen, Lewis irgendwann anzugreifen. Ich habe gesehen wie er gerutscht ist, konnte das Überholmanöver aber erst in den letzten Runden durchziehen.

Hättest du Fernando [Alonso] angreifen können, wenn du an Lewis früher vorbeigekommen wärst?
Kimi Räikkönen: Ich hatte ein gutes Auto, aber beim Re-Start ging er an mir vorbei. Nach der Brücke machte ich einen Fehler und Lewis überholte mich. Es war meine eigene Schuld. Wenn es möglich gewesen wäre, hätte ich ihn früher überholt. Ich habe bestimmt nicht auf die letzte oder vorletzte Runde gewartet, ich hatte einfach nicht den Speed. Ich musste warten bis ihm die Reifen ausgingen, dann hatte ich erst eine Chance. Ich habe versucht näher und näher an ihn ranzukommen, aber ich war zuvor nicht schnell genug. Wäre Lewis nicht an mir vorbeigegangen, hätte ich sicherlich eine bessere Chance gegen Fernando gehabt, aber wenn man einen Fehler macht, bezahlt man den Preis dafür. Ich denke, wir waren auf anderen Strecken dem Sieg näher. Wenn über das Wochenende alles gut läuft, sind wir nicht weit weg.

Wie gefällt dir Silverstone?
Kimi Räikkönen: Es ist immer ein schönes Gefühl nach Silverstone zu kommen. Es ist ein großartiger Ort, um Rennen zu fahren und ich habe eine lange Geschichte dort. Es war die Grundlage für den Start meiner internationalen Rennkarriere in der Formel Renault 1999 und 2000. Seit damals habe ich jedes Rennen in Silverstone genossen. Ich werde das Wochenende genießen wie auch immer das Wetter sein wird. Wir haben hier eine Menge unterschiedlicher Bedingungen in der Vergangenheit gesehen und nicht immer waren sie gut. Es ist immer windig und regnet oft. Die Streckenbedingungen wechseln sehr schnell, was es für uns Piloten schwieriger macht, das Auto abzustimmen. Aber es ist für jeden gleich, somit macht es Spaß hier zu fahren.

Wenn man in Silverstone gewinnt, gibt einem das ein sehr gutes Gefühl
Kimi Räikkönen

Was sind die Herausforderungen in Silverstone?
Kimi Räikkönen: Als ich zum ersten Mal dort gefahren bin, war es meine Lieblingsstrecke. Er ist so schnell und anspruchsvoll, was es sehr herausfordernd macht. Die langen Kurven sind sehr schnell und es geht vor allem darum einen hohen Downforce-Level zu erreichen. Irgendwie war es für mich von Anfang an eine gute Strecke. Es wird interessant zu sehen sein wie der neue Sektor die Runde verändert, aber ich bin sicher, ich werde das neue Layout schnell lernen.

Du hast in Silverstone 2007 gewonnen und bist fünf Mal am Podium gestanden. Wie fühlt es sich an, wenn dort alles nach Plan läuft?
Kimi Räikkönen: Wenn man in Silverstone gewinnt, gibt einem das ein sehr gutes Gefühl. Man muss alles exakt hinbekommen. Ich habe dort in der Formel Renault und 2007 mit Ferrari gewonnen. Es wäre fantastisch wieder zu gewinnen, vor allem weil unsere Fabrik nur die Straße hinunterliegt. Ich bin mir sicher, wir hätten eine fantastische Feier.


Weitere Inhalte: