Formel 1 / Interview

Es bleibt nichts zu sagen als Weltklasse - Christian Danner

Christian Danner schilderte seine Eindrücke zur Bestzeit von Michael Schumacher, gab eine Prognose zum Rennverlauf ab und erklärte seine Sicht zu Sergio Perez.
von Karin Sturm

Motorsport-Magazin.com - Bist du von Michael Schumachers Bestzeit überrascht, die Pole Position ist es ja nicht?
Christian Danner: Er hat die Pole Position erreicht und wurde nachher strafversetzt. Die Pole gehört ihm. Dass er nicht als Erster losfährt, ist seiner Dummheit aus Barcelona zu verdanken. Es hat mich sehr positiv überrascht. Es bleibt nichts zu sagen als Weltklasse. Ich sagte immer, dass ich ihm Erfolg wünsche, denn er kämpft und arbeitet hart. Das Fahren hat er bestimmt nicht verlernt und da gehört sicherlich etwas dazu.

Ich sagte immer, dass ich ihm Erfolg wünsche, denn er kämpft und arbeitet hart. Das Fahren hat er bestimmt nicht verlernt und da gehört sicherlich etwas dazu

Insgesamt ist das Ergebnis sehr überraschend, oder?
Christian Danner: Die Lotus fuhren erst in der zweiten oder dritten Runde immer ihre schnellsten Zeiten. Aber im Rennen ist mit beiden zu rechnen. Grosjean hat natürlich gute Karten, da er auf der vierten Startposition steht. Da ist sicherlich etwas möglich, da das Auto im Rennen traditionell sehr stark ist. Sollten sie die Stopps strategisch richtig hinbekommen, ist die Chance auf jeden Fall da.

Wie siehst du die Strategie von Sebastian Vettel, nicht mehr auf weichen Reifen rauszufahren?
Christian Danner: Es kann funktionieren, muss aber nicht. Ich bin der Meinung, dass hier ein frischer Reifen nicht so viel ausmacht, wie auf anderen Rennstrecken, da sie hier relativ gut halten.

Erstaunt es dich, dass Red Bull sich bei Vettel erneut vertan hat, während bei Mark Webber alles glattläuft?
Christian Danner: Mark Webber war hier schon öfters schneller als Sebastian. Er ist einfach stark hier. Es kann durchaus passieren, dass man wie in Sebastians Fall in die falsche Richtung baut. Allerdings war es in diesem Jahr nicht das erste Mal. Jetzt müssen sie aber damit leben.

Wie siehst du die Situation zwischen Sergio Perez und Pastor Maldonado aus dem dritten Freien Training.
Christian Danner: Das war so blöd, das konnte ich nicht verstehen. Vielleicht gibt es irgendwelche Hintergründe, die sich mir nicht erschließen, aber mehr kann ich dazu nicht sagen.

Sergio Perez flog im ersten Segment des Qualifyings ab - Foto: Sutton

Perez glaubt, dass sein Abflug im Qualifying in einem möglichen Folgeschaden begründet ist. Sauber bestreitet das.
Christian Danner: Er sollte besser ganz still sein. Wenn man ein derart schnelles Auto hat und es im Freien Training an die Wand fährt, dann sollte man ganz kühl in sich gehen und überlegen, woran lag es. Schon allein, um weitere Fehler zu vermeiden. Wenn ich mich dann auf meiner ersten Runde darüber wundere, dass das Auto übersteuert und ich nicht so einlenken kann, wie ich will, dann ist es identisch mit dem was im Freien Training schon zu sehen war - vielleicht mit etwas schlimmeren Folgen. Das ist eine Lernkurve, die sich im waagerechten Bereich aufhält. Ich mache ihm keinen Vorwurf, da er ein junger Fahrer ist, aber er sollte nicht bezüglich eines Folgeschadens schimpfen, sondern sich an die eigene Nase fassen.


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