Formel 1

Nicht da, wo man sein will - Red Bull analysiert Webbers Flügelproblem

Das Problem an Mark Webbers Frontflügel beim Spanien GP wird bei Red Bull genau analysiert. Aber auch sonst sieht sich das Team nicht da, wo es sein will.
von Philipp Schajer & Falko Schoklitsch

Motorsport-Magazin.com - Rätseln ist dieser Tage in der Formel 1 groß in Mode, immerhin scheint niemand so genau zu wissen, was von einem Rennwochenende erwartet werden soll. Doch bei Red Bull ist dieser Tage noch ein anderes Rätsel zu lösen, nachdem bei Mark Webber der Frontflügel während des Rennens in Barcelona einen noch unerklärlichen Defekt hatte und getauscht werden musste. "Man sah es sofort an den Daten, Mark hat auch gefunkt, dass die Balance nicht mehr stimmt. Wir bekommen das Teil nun zurück und dann wird es zerlegt. Wir schauen es uns an", sagte Teamchef Christian Horner bei Servus TV.

Ich bin aber etwas enttäuscht, dass ich vielleicht nicht genug Risiko eingegangen bin
Mark Webber

Webber selbst hatte zunächst nur ein großes Problem mit der Front des Wagens bemerkt und festgestellt, dass an der Nase etwas nicht funktionierte. "Daher mussten wir stoppen. Ich musste die Strategie umstellen und dann war schon alles gelaufen", erzählte er. Denn er fiel hinter Nico Hülkenberg zurück und hatte keine Chance, den auf der Geraden sehr schnellen Force India zu überholen. "Ich bin aber etwas enttäuscht, dass ich vielleicht nicht genug Risiko eingegangen bin", sagte Webber.

Vettels Flügel brach wegen Wrackteil

Flügel-Entwarnung konnte Sebastian Vettel geben. Bei ihm war ebenfalls ein Teil des Vorderflügels gebrochen, doch dafür war ein Wrackteil des Schumacher-Senna-Unfalls verantwortlich. "Das hat sich zunächst nicht ausgewirkt, aber dann ist der Steg gebrochen. Ich konnte mir nicht erklären, warum das kaputt sein sollte, weil ich nicht neben der Strecke war und keine Kollision hatte. Es war aber die völlig richtige Entscheidung, zu wechseln", erklärte der Weltmeister.

Hinter dem Force India war Mark Webber fast chancenlos - Foto: Sutton

Allgemein hatte das Rennwochenende in Spanien ebenfalls für Stirnrunzeln bei Red Bull gesorgt. Laut Vettel wusste das Team eigentlich recht genau, was zu tun ist, doch das ging nicht auf. "Wir sind nicht da, wo wir sein wollen, da muss man sich immer zuerst an die eigene Nase fassen. Man konnte nicht vermuten, dass man nach Spanien kommt und Williams das Rennen gewinnt - auch wenn man sich die Testzeiten ansieht, wo sie sehr weit weg waren", sagte Vettel. Webber musste derweil damit zurechtkommen, dass er sogar überrundet wurde, was doch eine eher eigenartige Situation für ihn war. "Das war kein glattes Rennen", gab er zu.

Der Überraschungssieger

Er wusste zwar, dass immer ein Risiko besteht, dass es schlecht läuft, wenn nicht alles passt, doch er hätte sich dennoch nicht so weit hinten erwartet. "Vor allem, wenn man sich ansieht, wer an der Spitze war. Als es klar war, dass Pastor gewinnt, war ich wie alle anderen überrascht. Er ist ein Überraschungssieger, keine Frage. Er kam aus dem Nichts und hat gewonnen", betonte Webber. Zu diesem unerwarteten Sieg musste Horner vor allem Frank Williams gratulieren, der erst vor kurzem 70 Jahre alt geworden ist und am Vorabend des Rennens noch eine Feier veranstaltet hatte.

Es haben sich alle für Williams gefreut, sie haben harte Zeiten durchgemacht. Die Formel 1 ist momentan ein verrücktes Ding
Christian Horner

Dass Maldonado gewinnen kann, fand der Teamchef nicht so außergewöhnlich, da der Venezolaner auch schon GP2-Champion war und nach Horners Meinung deswegen nicht umsonst den Weg in die Formel 1 geschafft hat. "Er hat keine Fehler gemacht, obwohl er viel Druck von Alonso hatte. Es haben sich alle für Williams gefreut, sie haben harte Zeiten durchgemacht. Die Formel 1 ist momentan ein verrücktes Ding. Die Reifen sind entscheidend, man muss sie verstehen, aber es ist ein Puzzle. Wer das am besten versteht, setzt sich durch. Allerdings führt Red Bull momentan die WM an."


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