Sauber surft seit Saisonbeginn auf einer Welle der Euphorie. Nach Sergio Perez' sensationellem zweiten Platz in Malaysia soll diesmal Kamui Kobayashi für den nächsten Jubel in der Box von Peter Sauber sorgen. Die Voraussetzungen stehen mit Startplatz 3 beim China GP zumindest nicht schlecht. Der Sauber-Bolide zählt zu den heimlichen Favoriten, während über der Rennpace der beiden Mercedes' vor ihm noch ein großes Fragezeichen schwebt.

"Unser Auto ist wahrscheinlich besser als wir es erwartet hat, aber man weiß ja nie", hält sich Kobayashi vor dem Start bedeckt. "Wir können nicht davon ausgehen, so weit oben zu stehen und müssen auf eine 100-prozentige Performance unseres Autos hoffen." Sollte der C31 auf dem schwierigen Kurs in Shanghai bestehen, könnte vielleicht sogar der ganz große Triumph drin sein? Kobayashi glaubt nicht daran: "Wir denken natürlich nicht an den Sieg, aber wenn wir Glück haben, ist das Podium drin."

Dass die Ansprüche des vergleichsweise kleinen Teams 2012 gewachsen sind, daraus macht Monisha Kaltenborn kein Geheimnis. "Unsere Erwartungen sind auch intern gestiegen", so die Sauber-Geschäftsführerin gegenüber dem Blick. "Wir jagen hier in China viele Punkte. Die dritte Chance in dieser Saison ist da - jetzt müssen wir sie eben wieder packen." Sauber hat offenbar Blut geleckt und den Blick nach oben gerichtet.

"Endlich ist es gelungen, die schlechten Qualifikationen zu verbessern", so Kaltenborn. "Jetzt können wir vom Start weg vorne mitgeigen. Und dann ist alles möglich. Denn Träume haben wir viele. Und ohne Träume bist du in diesem harten Geschäft fehl am Platz." Gleichzeitig warnt sie vor überambitionierten Aktionen ihrer beiden Piloten, die sich bereits beim Saisonauftakt in Melbourne in die Quere kamen.

"Beide wissen, was für ein Team wie Sauber auf dem Spiel steht. Denn wir brauchen jeden WM-Punkt", mahnt Kaltenborn Kobayashi und Perez, der von P8 startet, voller Vertrauen zur Vorsicht. Im Hinblick auf die Weltmeisterschaft sieht sie ihr Team unterdessen gut aufgestellt, nachdem die Truppe aus Hinwil von Fehlern aus der Vergangenheit gelernt habe. "Das Aufwärmen der Reifen war ein wichtiges Thema und das ist uns mit dem Auto gelungen", glaubt sie. "Es müssen aber auch die Fahrer stimmen, das Setup muss passen, dazu die Nutzung der Reifen sowie etwas Glück."