Wie würden Sie das Rennwochenende für Williams in Abu Dhabi zusammenfassen?
Mark Gillan: Wir hatten einen schwierigen Freitag und Samstag mit zwei Motorenproblemen am Auto von Rubens. Eines davon hat unser Programm im dritten Freien Training beschränkt und Rubens davon abgehalten, am Qualifying teilzunehmen. Als Folge daraus, dass sie beide jeweils ihren neunten Motor in Abu Dhabi benutzt haben, mussten Rubens und Pastor am Sonntag aus der letzten Startreihe ins Rennen gehen. Aber sie haben einen hervorragenden Kampfgeist gezeigt und beschlossen, sich durch das Feld zu kämpfen. So hat Rubens das Rennen auf Platz 12 und Pastor auf Platz 14 beendet.

Rubens konnte im Qualifying keine Runde fahren. Was war die Ursache seiner Probleme?
Mark Gillan: Wie gesagt, haben wir im dritten Training mit Rubens ein zweites Motorenproblem erlitten, welches durch ein Problem mit dem Öl-Level am Motor bedingt war. Wir haben alle externen Bauteile am Motor getauscht, um zu versuchen, das Problem zu beheben. Aber beim Starten des Motors hat sich gezeigt, dass es ein internes Motorenproblem war. Deshalb mussten wir das Limit der FIA überschreiten. Cosworth hat das Problem nach dem Qualifying gelöst und wir haben den Motor erneut versiegelt, wodurch wir die Strafe in Kauf nehmen mussten.

Wie haben die mittlere und die weiche Reifenmischung von Pirelli im Rennen funktioniert?
Mark Gillan: Was die Geschwindigkeit angeht, waren die weichen Reifen besser. In der Rundenzeit war diese Mischung um in etwa eine Sekunde schneller als die mittlere Komponente. Es gab aber leichte Unterschiede beim Profilverschleiß, was es manchen Teams ermöglicht hat, Ein-Stopp-Strategien zu fahren.

Sie haben mit Pastor eine Ein-Stopp-Strategie und mit Rubens eine Zwei-Stopp-Strategie probiert. Welche war die bessere von beiden?
Mark Gillan: Wir sind mit beiden Autos zuerst die härtere Mischung gefahren, weil wir nicht in Position waren. Wir wollten den langsameren schon früh gefahren sein, um es beiden Fahrern zu ermöglichen, die weichen Reifen dann zu benutzen, wenn sie die langsameren Autos überholt haben. Dann haben wir uns dazu entschlossen, unterschiedliche Strategien zu fahren. Dies lag an der Position der Fahrer und unserer Analyse der Performance auf den weichen Reifen von anderen Teams.

Wie knapp war die Entscheidung zur Ein-Stopp-Strategie für Pastor?
Mark Gillan: Letztendlich gab es einen kleinen Unterschied in der gesamten Rundenzeit zwischen einer Ein-Stopp- und einer Zwei-Stopp-Strategie. Wie auch immer, die erstere gab Pastor den Vorteil der Streckenposition beim Stopp, welche günstig war.

Wie würden sie die jeweilige Performance von Rubens und Pastor am Wochenende zusammenfassen?
Mark Gillan: Beide Fahrer hatten an diesem Wochenende ein sehr ähnliches Tempo und haben damit weitergemacht, ein gutes und konstantes Renntempo zu zeigen. Aber wir wissen, dass wir die Basis-Performance des Autos für 2012 einfach viel besser machen müssen.

Das Team bleibt diese Woche über für den Young-Driver-Test in Abu Dhabi. Können Sie das Programm, das das Team absolviert, erklären?
Mark Gillan: Ja, wir haben für die drei Tage ein volles Programm mit unserem momentanen Test- und Ersatzfahrer Valtteri Bottas, der an den ersten beiden Tagen fährt, sowie mit dem Formel-2-Meister Mirko Bortolotti am letzten Tag. Wir werden die beiden jungen Fahrer evaluieren und zusätzlich das Pirelli-Reifen-Test-Programm durchführen.

Nächste Woche findet der Große Preis von Brasilien statt, was auch gleichzeitig das letzte Rennen des Jahres ist. Was sind Ihre Wünsche für Interlagos?
Mark Gillan: Persönlich gesehen, ist Interlagos eine meiner Lieblingsrennstrecken der Saison. Als Team ist ein gutes und sicheres Wochenende unser Ziel, bevor es in die Winterpause geht. Das bedeutet ein starkes Qualifying und eine solide Renn-Performance mit beiden Autos.