Sebastian Vettel konnte im zweiten Training zum Italien Grand Prix in Monza am Freitagnachmittag die Bestzeit markieren. Seine 1:24.010 war allerdings eine Bestzeit mit Anführungszeichen, denn Lewis Hamilton hätte wohl noch um einiges schneller gekonnt, hatte auf seiner schnellsten Runde aber in der Parabolica Jaime Alguersuari vor sich und drehte deswegen mit im Zorn erhobenem Arm an die Box zurück. Letztendlich blieb dem McLaren-Piloten, der am Ende der Session bei seiner Rennsimulation über Probleme mit der Kupplung klagte, mit 36 Hundertstelsekunden Rückstand Platz zwei - und das Wissen, dass er noch um einiges hätte schneller sein können. Während seiner Rennsimulation war er ohnehin um einiges schneller.

Schumacher Dritter

Einen guten Auftritt vor den Fans seines ehemaligen Arbeitgebers Ferrari legte Michael Schumacher hin. Zwar verpasste er wie einige andere Fahrer die eine oder andere Schikane, am Schluss stand der Mercedes-Pilot aber auf dem dritten Platz, wo er 0,337 Sekunden auf Vettel verloren hatte. Für die beinharten Ferrari-Fans waren die Ränge vier und fünf aber wohl wichtiger, denn dort fanden sich Felipe Massa und Fernando Alonso, womit die beiden Teamkollegen wie schon im ersten Training im Paarflug unterwegs waren - nur ein paar Plätze weiter vorne und in umgekehrter Reihenfolge.

Jenson Button hatte mit seinem Setup noch keine Freude -, Foto: Sutton
Jenson Button hatte mit seinem Setup noch keine Freude -, Foto: Sutton

Die letzten beiden Fahrer der Spitzengruppe, deren Zeiten keine halbe Sekunde auseinanderlagen, waren Mark Webber und Jenson Button auf den Rängen sechs und sieben. Button war allerdings nach wie vor stark mit der Setup-Arbeit beschäftigt, da ihm sein Auto nicht wirklich Freude machte. Ungeachtet dessen klaffte hinter den Top-Sieben eine größere Lücke, denn lagen sie innerhalb von einer halben Sekunde, gab es eine halbe Sekunde hinter ihnen nichts. Sergio Perez war als Achter schon 1,087 Sekunden hinter Vettel. Die letzten beiden Plätze in den Top-10 holten Kamui Kobayashi und Bruno Senna. Kobayashi sorgte bei Sauber dennoch für Sorgenfalten, weil er am Ende des Trainings am Streckenrand stehenblieb.

Rosberg stand lange

Adrian Sutil beendete das Training auf dem zwölften Rang und rangierte dort direkt vor seinem Teamkollegen Paul di Resta. Nico Rosberg hatte einen etwas holprigen Start in die Session. Bei dem Mercedes-Piloten musste KERS gewechselt werden, weswegen er zunächst lange an der Box stand und sein Programm deswegen nur auf das Rennen ausgerichtet war.

Das bestätigte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug: "Unsere Zeiten bei der Rennsimulation sahen konstant aus und während Michael auch einen Versuch mit geringerer Benzinmenge fuhr, konzentrierte sich Nico ausschließlich auf die Rennvorbereitung. Ein Problem an Nicos KERS zu Beginn der zweiten Sitzung, bedeutete, dass das System gewechselt werden musste, was erklärt, dass Nico anschließend insgesamt 29 Runden fuhr. Während Michael mit 39 bei den Trainingsfleißigsten war." Dadurch landete Rosberg auf dem 22. Platz. Timo Glock konnte Position 20 einfahren und sich dadurch damit rühmen, im Virgin vor einem Mercedes geblieben zu sein. Eine harte Zeit erlebte Daniel Ricciardo, der wegen Elektronikproblemen erst in den letzten fünf Minuten ausrücken konnte.

Buemi fliegt ab

Kein schönes Ende nahm das Training für Sebastien Buemi nach nur neun Minuten. Kurz nachdem sein Teamkollege Alguersuari auf der Start-Zielgeraden ins Gras abgedrängt worden war und mit dem Schrecken sowie einer gehörigen Portion Wut im Bauch davonkam, flog der Schweizer in der Parabolica heftig ab. Er kam etwas zu schnell durch die Kurve und wurde aufs Gras abgetrieben, danach war er nur noch Passagier. Dabei bekam der Bolide einige Beulen ab, Buemi aber nicht. "Mir ist nichts passiert, aber das Auto ist kaputt", teilte er über Funk mit, bevor er dabei zusah, wie er auf Position 17 durchgereicht wurde.