Michael Schumacher sieht am Sonntag zum Start eine Menge Autos vor sich. 67 Sekunden war er im Qualifying unterwegs gewesen, dann löste sich ein Rad an seinem Silberpfeil - das vorzeitige Aus zu seinem 20-jährigen Jubiläum in der Formel 1. Allzu enttäuscht schien er nach dem Ausfall zumindest äußerlich nicht. "Das ist der Vorteil, wenn man Erfahrung besitzt", erklärte der Mercedes-Pilot. "Es gibt Dinge, die kann man ändern und andere, an denen man nichts ändern kann."

Beschuldigen wollte er niemanden im Team, schließlich mache jeder Mensch einmal Fehler. Es habe auch keine Anzeichen gegeben, dass es mit dem Rad nicht stimmte. "Das ist alles in weniger als einer Sekunde passiert", so Schumacher, der vom letzten Startplatz aus ins zwölfte Rennen der Saison geht.

Das Wetter-Dilemma

Vor dem Sonntag steht Schumacher vor einem Dilemma. Einerseits erwartet Mercedes GP ein trockenes Rennen und setzt entsprechend auf ein Trockensetup - andererseits glaubt Schumacher, dass er im Regen bessere Chancen besitzt, Positionen gut zu machen. "Im Trockenen ist es schwieriger, nach vorn zu fahren", so der sechsmalige Spa-Sieger. Er baut unter anderem auf das DRS, um ein versöhnliches Ergebnis zum 20-Jährigen zu erzielen.

Bislang hatte es in Spa-Francorchamps meist wie aus Eimern geregnet, Erfahrungen im Trockenen zu sammeln, war kaum möglich. "Wir besitzen nur geringe Erfahrungen mit den Trockenreifen", sagt Schumacher. "Gestern sind wir ein paar Runden im Trockenen gefahren, aber das sind unsere einzigen Erfahrungswerte." Diese Daten würden nun hochgerechnet für den Verlauf des gesamten Rennens. "Ansonsten kann man nur versuchen, auf die Situation zu reagieren und schnellstmöglich die richtige Entscheidung zu treffen", fügt Schumacher an.