Auch im letzten Anlauf vor der Sommerpause musste Sebastian Vettel auf seinen siebten Saisonsieg verzichten. Damit blieb Red Bull den gesamten Juli über ohne großen Triumph. Doch der amtierende Weltmeister konnte mit seinem zweiten Platz auf dem Hungaroring leben. "Ich denke, alles in Allem war das ein gutes Ergebnis", meinte er. "Mit dem zweiten Platz bin ich zufrieden, besonders, was die Punktesituation angeht."
Zuletzt hatte Vettel in Valencia triumphiert, doch noch immer liegt er in der Gesamtwertung mit 85 Punkten vor Teamkollege Mark Webber. Ungarn-Sieger Jenson Button hat als WM-Fünfter 100 Zähler Rückstand. Doch der zweite Platz nagte ein wenig am Heppenheimer. "Das Gefühl bei einem Sieg ist unersetzbar. Es soll nicht vermessen klingen, aber unser Ziel muss sein, zu gewinnen", stellte Vettel klar. Vierte und fünfte Plätze würden nicht ausreichen auf dem Weg zur Titelverteidigung. "Lieber gewinne ich drei Mal hintereinander und haue dann die Karre weg, als vier Mal Sechster zu werden", so Vettel.
Besser als am Nürburgring
Immerhin habe er ein deutlich besseres Gefühl mit seinem RB7 gehabt als noch vergangene Woche am Nürburgring. Allerdings musste er anerkennen, dass die Dominanz von Red Bull inzwischen nicht mehr gilt. "Man muss respektieren, dass die anderen uns vor der Nase herumfahren und auch einen guten Job machen", gab Vettel zu. "Wir haben zur Zeit vielleicht nicht das stärkste Auto." Ferrari und McLaren hätten große Schritte gemacht, meinte Vettel. Die Resultate der vergangenen Rennen sprechen eine eindeutige Sprache.
Vettel war wieder einmal nicht zu 100 Prozent glücklich mit seinem Auto. "Es lief nicht ganz rund und es gab ein paar Probleme mit der Bremse" verriet er. Dies wollte er jedoch nicht als Ausrede gelten lassen und spornte die Red-Bull-Ingenieure gleichzeitig an, nicht nachzulassen auf dem Weg zur Titelverteidigung. Vettel zollte Button seinen Respekt zu seinem zweiten Saisonsieg bei seinem 200. Rennen. In der Vergangenheit habe der McLaren-Rivale nicht immer Glück gehabt. "Heute hat er sich den Sieg verdient", anerkannte Vettel. "Der zweite Platz war das Beste, was wir aus diesem Rennen herausholen konnten."
wie auf Glatteis
Vettel war auf dem Hungaroring von der Pole Position gestartet. Doch schnell wurde deutlich, dass McLaren die bessere Pace hatte. "Lewis [Hamilton] war deutlich schneller auf den Intermediates, für mich war es wie auf Glatteis", meinte Vettel. Deshalb habe es keinen Sinn gemacht, gegen den McLaren-Fahrer mit harten Bandagen zu kämpfen. Während des Rennens musste er zudem Fernando Alonso beim Boxenstopp passieren lassen. "Ich hätte auf den weichen Reifen vielleicht eine Runde früher reinkommen müssen", so Vettel. "Das hätte uns Zeit erspart." Überhaupt sei es während des Rennens drunter und drüber gegangen. "Phasenweise sah es mal nicht so gut für uns aus", berichtete der 24-Jährige. Doch nachdem Hamilton sich mit den Reifen verpokert hatte, schaffte es Vettel letztendlich doch noch auf den zweiten Platz.



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