Auch wenn er nicht die Bestzeit holte, war der Freitag in Ungarn Fernando Alonsos Tag, denn der Spanier feierte seinen 30. Geburtstag. Dass er am Wochenende auch noch sein 30. Rennen für Ferrari fährt, nannte er einen schönen Zufall. "Damit ist dann wohl alles für ein gutes Wochenende gerichtet", meinte er, nachdem er zuvor festgestellt hatte, dass der Tag an sich eigentlich nicht anders war als der Donnerstag.

Ein wenig anders war der Tag aber doch, immerhin kam Bernie Ecclestone vorbei, um Alonso zu gratulieren und er bekam bei seiner Presserunde Applaus spendiert. Abgesehen davon hatte er aber seine Arbeit zu verrichten und musste dabei feststellen, dass mit Blickpunkt Qualifying noch daran getüftelt werden muss, wie man den superweichen Reifen am besten einsetzt. "Wir haben heute auf der Runde etwas gehabt, wodurch wir das Potential nicht zu 100 Prozent ausgeschöpft haben. Wenn wir die Sektoren ansehen, dann sieht es so aus, als ob im ersten etwas fehlt. Vielleicht waren die Reifen am Ende der Outlap nicht bei 100 Prozent", sagte der Spanier.

Abbau war hoch

Deswegen wollte er mit dem Team auch einen genauen Plan für die Outlaps am Samstag austüfteln und dann schauen, wie der Reifen gemanagt werden muss, damit er über die Qualifying-Runde auch die beste Leistung abgibt. Das Thema Reifen beschäftigte ihn aber über das Zeittraining hinaus. "Der Abbau war heute auf dem Longrun mit beiden Mischungen recht hoch. Wir können wohl von allen einige Stopps erwarten. Es wäre schön, zu wissen, ob jemand eine andere Strategie wählt. Momentan ist für die Strategien noch alles offen und auch bei der Stärke der drei Top-Teams ist noch nichts klar. Es kann knapp sein, wie wir es auf dem Nürburgring gesehen haben, als mehr als ein oder zwei Autos um den Sieg fuhren. Das sind gute Neuigkeiten", erklärte Alonso.

Ferrari experimentierte am Freitag auch ein wenig, Foto: Sutton
Ferrari experimentierte am Freitag auch ein wenig, Foto: Sutton

Gut fand er auch, dass mit dem Abbau der Reifen sowie DRS und KERS in diesem Jahr sogar Ungarn ein unterhaltsamer Grand Prix werden sollte, denn in der Vergangenheit stand das Rennen eher für langweilige Prozessionen. "Voriges Jahr war Sebastian [Vettel] 40 Runden lang eine Sekunde schneller als ich, er konnte aber nicht überholen, weil die Strecken-Charakteristik das nicht zulässt. Dieses Jahr kann das nicht passieren. Wenn du eine Sekunde schneller bist, kannst du sicher überholen."

Reifen am wichtigsten

Die größte Rolle beim Überholen wird nach seiner Ansicht aber wieder das Reifenalter spielen. Sind drei oder vier Stopps notwendig, dann werden oft Autos mit verschieden alten Reifen aufeinandertreffen. "Dann muss man nicht auf die DRS-Zone warten. Mit besseren Reifen wirst du gleich in der nächsten Kurve überholen können. Ich denke, für die Zuseher wird das ein lustiges Rennen", sagte der Ferrari-Pilot.

Seinen Spaß hat Alonso in den vergangenen Rennen ohnehin gehabt. Ferrari hat stark zugelegt und deswegen blickte er auch optimistisch auf den Rest der Weltmeisterschaft. "Das Auto hat sich stark verbessert und wir zeigen einen guten Trend. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Rennen und im zweiten Teil der Saison weiter um Siege kämpfen. Das Ziel für das Team muss sein, jedes Wochenende zu genießen und Rad an Rad mit Red Bull und McLaren zu fahren."