Jeder Fan der Scuderia erinnert sich gern an die alten Zeiten zurück, als die Welt unterging und Michael Schumacher den Ferrari trotzdem als Erster über die Linie fuhr. Letztmals schaffte es Kimi Räikkönen 2007 den Titel nach Maranello zu holen. Doch diese Zeiten sind lang vorbei. Zwar war man in der vergangenen Saison bis zum letzten Rennen im Titelkampf, musste dann aber zusehen, wie Red Bull feierte.

Aus diesem Grund sollte 2011 alles anders und der 150° Italia das schnellste Auto im Feld werden. Doch wieder sind die Bullen voraus und Fernando Alonso feierte lediglich einen Sieg im bisherigen Saisonverlauf. Zwar wirkt es nun so, als sei man auf dem aufsteigenden Ast, aber der Zug für die Weltmeisterschaft scheint abgefahren. Deshalb konzentriert sich der Chefdesigner des Teams, Nikolas Tombazis, darauf, 2012 ein deutlich besseres Auto zu liefern.
Größere Veränderung
Auch er ist sich darüber im Klaren, dass sich im Vergleich zu den Vorgängermodellen einiges ändern muss. "Wir haben eine sehr neue Herangehensweise gewählt, und es gibt eine Menge Bereiche des Autos, die sich erheblich ändern werden", verriet der Grieche. "Unter dieser Betrachtung stellt es, verglichen zu vorangegangenen Jahren und vorangegangenen Autos, eine größere Veränderung dar." Doch das sei auch zwingend notwendig, um einen größeren Schritt zu machen als bisher.
Dabei sei es heutzutage nicht mehr möglich, einfach bei Null anzufangen und einen Entwurf zu zeichnen. "Ich denke, wenn man sich die unterschiedlichen Autos in der Boxengasse ansieht, wirst du starke Punkte in jedem Auto finden, selbst wenn es eines der langsamsten ist", erklärte Tombazis warum niemand diese Erkenntnisse einfach in den Mülleimer werfen und von vorne beginnen würde.
Noch etwas in der Pipeline
Zwar kann man für das nächste Auto nicht unmittelbar von den Entwicklungen profitieren, die man in den 150° Italia steckt, dennoch möchte man weiterentwickeln. Denn trotz Blickrichtung 2012, sollen in der aktuellen Saison noch Rennen gewonnen und alles Mögliche versucht werden, um vielleicht doch noch Chancen auf den Titel zu haben. Dabei hat Ferrari vor allem das Potenzial des angeblasenen Diffusors erkannt, der ja nun doch wieder uneingeschränkt erlaubt ist. "Das ist ein Bereich des klaren Leistungsgewinns, den wir für das diesjährige Auto gefunden haben", schilderte der Designchef. "Wir haben noch einige Rennen vor uns. Deshalb wollen wir noch mehr Siege einfahren."
Um dieses Ziel zu erreichen, hat Ferrari seit Barcelona große Schritte gemacht und ist konstant näher an die Spitze herangerückt, was auch Tombazis freut: "Ich denke, dass Silverstone ein Anzeichen für unsere Leistungsverbesserung war und der Nürburgring wäre vor einigen Monaten nicht als eine Strecke angesehen worden, die uns besonders liegt, und vor einigen Monaten wären wir weiter hinten gewesen." Zudem habe man für die nächsten Rennen noch etwas in der Pipeline, wodurch sich der Chefdesigner sicher ist, dass Ferrari wieder mitkämpfen kann.

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