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Formel 1

Die Konkurrenz rückte Red Bull näher - Qualifying: Webber mit Pole in Silverstone

Mark Webber konnte Sebastian Vettel im Qualifying von Silverstone schlagen. Die Konkurrenz war Red Bull aber stark nähergerückt.
von Falko Schoklitsch

Motorsport-Magazin.com - Nach vielen Diskussionen um das Zwischengas-Verbot und der letztendlichen Feststellung, dass in Silverstone so gefahren wird, wie vor dem Rennwochenende vorgeschrieben, war das Qualifying mit Spannung erwartet worden. Immerhin wollte man feststellen, ob Red Bull seine Dominanz einbüßen würde. Trotz einiger Regentropfen, die das Bild etwas trübten, muss die Antwort darauf ja lauten. Denn bei zwischendurch einigermaßen vergleichbaren Bedingungen konnte vor allem Ferrari sehr nahe an Red Bull herankommen.

Paul di Resta überraschte - Foto: Sutton

Die Pole Position ging dennoch an Red Bull, ausnahmsweise aber an Mark Webber, der sich vor Weltmeister Sebastian Vettel durchsetzte. Fernando Alonso fehlte auf Platz drei allerdings nur etwas mehr als eine Zehntelsekunde, das war in der Vergangenheit nie so knapp gewesen. Auch Felipe Massa lag nicht allzu weit dahinter, womit Ferrari die McLaren klar ausgestochen hatte. Jenson Button musste sich mit Platz fünf begnügen, Paul di Resta und Pastor Maldonado überraschten auf sechs und sieben.

Besonders überraschend war, dass Lewis Hamilton sich gar nur Platz zehn sicherte. Vor ihm hatten sich noch Kamui Kobayashi und Nico Rosberg qualifiziert. Damit versprachen alleine die Top-10 bereits genug Spannung für Sonntag. Aber auch die ersten beiden Qualifying-Sessions waren einigermaßen überraschend verlaufen.

Q2: Abtrocknende Strecke sorgt für Überraschungen

Da es am Ende von Q1 geregnet hatte, aber am Anfang von Q2 doch wieder abtrocknete, war Reifenraterei angesagt, wobei sich aber schnell herauskristallisierte, dass Slicks kein Problem waren. Aus Angst davor, dass es jederzeit wieder regnen könnte, wurde auch gleich wieder eifrig losgelegt. Dabei wirkte die Zeitenliste zwischendurch einigermaßen überraschend, waren doch die Williams oder Adrian Sutil relativ komfortabel an der Spitze.

Ich weiß nicht, was die Regeln ausmachen. Es sieht heute von der Pace her anders aus. Ich glaube aber, wir haben das Auto nicht so ganz ausgenutzt
Nick Heidfeld

Doch es dauerte nicht lange, bevor die Favoriten sich nach vorne fuhren, wobei die abtrocknende Strecke das Potential für Überraschungen hatte. Die lieferte sie auch. Michael Schumacher scheiterte als 13. ebenso an Q3 wie Nick Heidfeld, der lediglich auf dem 16. Rang landete. Adrian Sutil schied als Elfter knapp aus. Sergio Perez auf zwölf, Vitaly Petrov auf 14, Rubens Barrichello auf 15 und der überraschend in Q2 eingezogene Heikki Kovalainen auf 17 mussten ebenfalls aufhören. An der Spitze hatte Massa die Bestzeit vor Webber, Alonso, Button, Rosberg und Vettel erreicht, womit sich anzudeuten schien, dass vor allem Ferrari von dem Zwischengas-Hickhack profitiert haben könnte.

Der ausgeschiedene Heidfeld wusste nicht genau, was die Einschränkungen beim Diffusor-Anblasen bei ihm bewirkt hatten. "Ich weiß nicht, was die Regeln ausmachen. Es sieht heute von der Pace her anders aus. Ich glaube aber, wir haben das Auto nicht so ganz ausgenutzt. Wir hatten gestern Probleme mit dem Heckflügel, heute Morgen auch. Im Qualifying war ich das erste Mal mit dem besseren Flügel unterwegs. Wir müssen das analysieren, ich weiß nicht, warum wir so schlecht waren", sagte der Renault-Pilot.

Q1: Regen stoppt Toro Rosso

Da schon zu Beginn von Q1 der Regen drohte, wartete niemand lange, sondern es ging gleich das komplette Feld auf die Strecke, um nur ja eine schnelle Runde unterzubringen, bevor es nass werden konnte - erste leichte Tropfen machten sich auch bald bemerkbar. In dem leichten Chaos auf der Strecke ging es auch ein wenig rund, so verlor Alonso in Brooklands kurz sein Auto und musste in Luffield eine recht lange Strecke durch den Kies zurücklegen. Der Spanier kam aber sicher wieder auf die Strecke und schaffte es relativ locker in Q2.

Generell wusste ich, in einer Runde kann ich die Probleme des Autos mit den Reifen überspielen. Ich habe das Maximum rausgeholt, es war wohl eine gute Zeit, ich in zufrieden
Timo Glock

Wie befürchtet kam der Regen sechs Minuten vor Schluss dann so richtig und damit war die Zeitenjagd für Q1 vorzeitig eingestellt. Ihr zum Opfer gefallen waren Jaime Alguersuari, Sebastien Buemi, Timo Glock, Jarno Trulli, Jerome D'Ambrosio, Tonio Liuzzi und Debütant Daniel Ricciardo. Alle hatten die 107-Prozent-Hürde geschafft. Kovalainen überraschte auf Platz 16, genauso wie die beiden ausgeschiedenen Toro Rosso, die ihre ersten Runs mit harten Reifen gefahren waren und dafür bezahlen mussten. Die Spitze der Session sicherte sich Webber vor Maldonado, Massa, Vettel und Alonso. Heidfeld hatte sich als 17. gerade so in Q2 geschummelt.

Timo Glock war nach dem Qualifying etwas traurig, dass der Regen etwas zu spät für ihn gekommen war. "Generell bin ich aber zufrieden. Wir haben Jarno gepackt und stehen auf Platz 20. Ich bin vor meinem Teamkollegen, also haben wir wieder das Maximum herausgeholt." Gerechnet hatte er damit nicht, weil er im Training mit seinem Auto nicht sehr zufrieden war und nicht das tun konnte, was er wollte. "Wir haben kleine Veränderungen gemacht, die besser waren. Sollte es morgen nicht regnen, weiß ich nicht, ob das Auto so gut ist wie in Valencia. Generell wusste ich, in einer Runde kann ich die Probleme des Autos mit den Reifen überspielen. Ich habe das Maximum rausgeholt, es war wohl eine gute Zeit, ich in zufrieden."


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