Für viele Beobachter war die Weltmeisterschaft nach den ersten Rennen quasi schon gelaufen. Zu groß war die Dominanz von Red Bull, zu überlegen schien Sebastian Vettel von Pole zu Pole und von Sieg zu Sieg zu eilen. Schon damals warnte der amtierende Champion: "Es ist noch ein langer Weg." Von Dominanz wollte er nichts hören.

Den Grund lieferten die letzten Rennen, selbst nach einer überlegenen Qualifyingvorstellung mit über einer Sekunde Vorsprung in Barcelona, musste Vettel bis ins Ziel um den Sieg bangen. Gerade im Rennen rückt die Konkurrenz immer näher heran.

"Meine Aufgabe ist es, die Rennen langweilig zu machen", sagt Teamchef Christian Horner. Allerdings rechnet er nicht damit, dass dies immer gelingen wird. Je nach Streckentyp erwartet er ein anderes Team als Messlatte. "In Montreal sollten zum Beispiel die Mercedes-Teams sehr gut sein." Red Bull war bislang allerdings auf jeder Streckencharakteristik konkurrenzfähig.

In Monaco spielt die aerodynamische Stärke des Red Bull keine so große Rolle wie etwa in Spanien. Dafür gibt es zu wenige schnelle Kurven. "Red Bull ist natürlich auch auf langsamen Kurven gut, nur haben sie nicht den Vorteil wie in Barcelona", betont Marc Surer gegenüber Motorsport-Magazin.com. "Bei einigen Rennen waren wir am Samstag konkurrenzfähiger als am Sonntag", gesteht Horner. "Aber insgesamt haben wir alles abgewehrt, was Ferrari oder McLaren zu bieten hatten."

Dennoch schreibt Horner keinen Gegner ab, auch nicht Ferrari und Mercedes GP. Der Rückstand dieser Teams sei zwar momentan riesig, aber die WM sei auch erst fünf Rennen jung. "Man wäre verrückt, wenn man Ferrari abschreiben würde." Schon im letzten Jahr setzte Fernando Alonso zu einer Aufholjagd an, die ihm beinahe den WM-Titel gebracht hätte. "Wir unterschätzen keinen unserer Rivalen."