Am vergangenen Wochenende hatte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko Ferrari der Spionage bezichtigt. Dabei ging es um die Boxenstopps von Mark Webber. Immer, wenn der Australier zum Reifenwechsel gerufen wurde, kam zeitgleich auch Rivale Fernando Alonso in die Box. Christian Horner kündigte nun an, auf diesen Vorfall in Monaco reagieren zu wollen.

Von möglichen Funk-Abhörungen wollte Horner nichts wissen, doch etwas anderes musste die Strategie des Weltmeister-Teams verraten haben. "Ich weiß nicht, ob die Mechaniker ihre Händen zur falschen Zeit in die Hosentasche gesteckt haben, oder ob jemand einen Reifen aufgehoben hat", grübelte Horner. "Aber wie auch immer: Wir haben unsere Abläufe für dieses Wochenende geändert, um weniger transparent zu sein."

Horner warf Ferrari auch nichts Verbotenes vor. Ferrari habe nun einmal etwas entdeckt, das die Boxenstopp-Strategie der Bullen offen gelegt habe - und entsprechend darauf reagiert. "Das ist innerhalb der Regeln", stellte der Teamchef nüchtern fest. Red Bull hatte schon während des Rennens auf dem Circuit de Catalunya auf Ferrari reagiert und einen falschen Funkspruch an Webber gesendet.

"Fernando kam rein und Mark blieb draußen, aber leider hatte er zu diesem Zeitpunkt schon zu viel Zeit auf Hamilton und Button verloren", so Horner. Laut dem Briten sei es in Barcelona Ferraris einzige Möglichkeit gewesen Webber zu schlagen, indem man ihn bei den Boxenstopps kassierte. "Boxenstopps sind ein Teil des Spiels", nahm Horner die Situation abschließend sportlich.