Sebastian Vettel hat sich nach seinen Pole Positions in Melbourne und Sepang auch in Shanghai den besten Startplatz gesichert. Der Red-Bull-Pilot markierte im entscheidenden dritten Qualifying-Abschnitt schon früh eine Bestzeit von 1:33.706 Minuten und die war für die Konkurrenz unerreichbar. Hilfreich war dem Weltmeister dabei, dass KERS bei ihm funktionierte, während sein Teamkollege Mark Webber wieder darauf verzichten musste und wegen eines taktischen Fehlers bei der Reifenwahl sogar bereits in Q1 ausschied.

Jenson Button war schneller als Lewis Hamilton -, Foto: Sutton
Jenson Button war schneller als Lewis Hamilton -, Foto: Sutton

Neben Vettel wird am Sonntag Jenson Button aus Reihe eins starten, der sich gegen seinen McLaren-Teamkollegen Lewis Hamilton durchsetzen konnte. Vier Hundertstelsekunden trennten die McLaren-Piloten. Nico Rosberg schaffte es auch in Reihe zwei, womit er bei Mercedes wohl für ein paar Lächler gesorgt haben dürfte. Denn der Deutsche hatte damit die Ferrari von Fernando Alonso und Felipe Massa geschlagen, die sich direkt hinter ihm auf fünf und sechs platzierten.

In der vierten Reihe werden am Sonntag Jaime Alguersuari und Geburtstagskind Paul di Resta stehen, dahinter Sebastien Buemi und Vitaly Petrov. Damit hatten es beide Toro Rosso und ein ein Force India in die Top-10 geschafft, was doch ein wenig überraschend war. Petrov war in Q3 nicht mehr gefahren, der Grund dafür lag in Q2.

Q2: Rot vor dem Endspurt

Die Entscheidung in Q2 hatte ein wenig Extra-Würze, denn gerade als alle auf ihre entscheidenden Runs gehen wollten, gab es eine rote Flagge, weil Petrov seinen Renault mit einem Problem mitten auf der Strecke abstellte. "Ich weiß nicht, was passiert ist, nach der zweiten oder dritten Kurve stimmte am Auto etwas nicht mehr, das Gas funktionierte nicht mehr - oder die Gänge. Ich bin sehr enttäuscht, wir haben einen guten Schritt gemacht und das Auto war echt gut zu fahren", sagte Petrov.

2:02 Minuten waren noch auf der Uhr, als es wieder losging, dementsprechend eng wurde es auf der Piste, als es wieder weiterging - jeder wollte noch seinen letzten Schuss für Q3 unterbringen. Um sich die beste Position für die Runde zu sichern, gab es sogar ein paar Überholmanöver. Irgendwie schafften es trotzdem alle rechtzeitig über die Linie.

Interessanterweise erreichte Petrov als Vierter dennoch die Top-10, aufgrund des Verkehrs hatten nämlich viele Probleme mit einer Steigerung. Die Opfer waren deswegen durchaus prominent. So erwischte es Michael Schumacher, der 14. wurde oder Nick Heidfeld, dessen Renault mehr zugetraut wurde als Platz 16. Vor Schumacher waren noch Adrian Sutil, Sergio Perez und Kamui Kobayashi außerhalb der Top-10 platziert. Rubens Barrichello scheiterte als 15., Pastor Maldonado als 17. Die Bestzeit in der Session war an Hamilton vor Button und Vettel gegangen. Den letzten Run wirklich noch nutzen konnte Rosberg, der sich auf Platz neun verbesserte und damit in Q3 fuhr.

Adrian Sutil war als Elfter zufrieden -, Foto: Sutton
Adrian Sutil war als Elfter zufrieden -, Foto: Sutton

Sutil meinte nach seinem Ausscheiden in Q2: "Die rote Flagge hat mir die letzte wichtige Runde genommen. Sonst wäre wahrscheinlich Q3 möglich gewesen. Ich bin sehr zufrieden mit Position elf. Wir hatten bislang ein gutes Wochenende und ich freue mich aufs Rennen." Dass Q3 drin gewesen wäre, zeigte Sutils Teamkollege Di Resta, der es dorthin geschafft hatte.

Q1: Webber ist raus

Im ersten Abschnitt des Qualifyings war es ein langer Kampf, bis feststand, wer mit den sechs Fahrern der neuen Teams ausscheiden würde. Einige etablierte Fahrer, darunter etwa auch Webber, Alonso oder Massa, mussten wie der Rest des Feldes einen zweiten Run fahren, um sich abzusichern. In den letzten Sekunden der Session war zunächst Schumacher auf Platz 18 und dem Schleudersitz, doch er steigerte sich. Damit rutschte der ohne KERS fahrende Webber in die Gefahrenzone und als sich Pastor Maldonado auch noch verbesserte, war der Australier auf einmal draußen.

Damit war die erste Überraschung des Qualifyings perfekt. Was dabei verwirrte, Webber war wie auch beim zweiten Run mit harten Reifen auf die Strecke geschickt worden. Während sich also andere Fahrer auf weich um teilweise mehr als zwei Sekunden steigerten, konnte er nicht entscheidend zulegen. Hinter dem Australier zeigte sich folgende Reihenfolge: Heikki Kovalainen, Jarno Trulli, Jerome D'Ambrosio, Timo Glock ,Tonio Liuzzi, Narain Karthikeyan. Innerhalb der 107-Prozent-Zeit blieben alle. Die Bestzeit in Q1 war an Rosberg vor Petrov, Alonso, Massa, Schumacher und dem nur auf hart gefahrenen Vettel gegangen.