Auch wenn Fernando Alonso nach dem Rennen in Malaysia von den Kommissaren mit einer Zeitstrafe für sein fehlgeschlagenes Überholmanöver gegen Lewis Hamilton belangt wurde, konnte der spanische Doppelweltmeister seinen sechsten Platz in Sepang behalten. In der Endphase des Rennens hatte der Ferrari-Pilot versucht seinen ehemaligen Erzfeind aus McLaren-Zeiten trotz eines nicht funktionierenden Heckflügels zu überholen und beschädigte sich dabei den Frontflügel.

Das Manöver raubte Alonso alle Chancen auf ein Podium, da er in der Folge in die Box kommen musste, um sich eine neue Nase zu holen und somit einige Plätze verlor. Ein Rüffel vom Team gab es für den Fehler aber nicht. Ganz im Gegenteil - Teamchef Stefano Domenicali zeigte sich begeistert von der Angriffslust des Asturiers und machte das Problem ohnehin an ganz anderer Stelle aus. "Ich mag den aggressiven Stil mit dem Fernando fährt - das ist fantastisch", lobte der Italiener nach dem Rennen.

Schuld an dem Unfall sei weniger sein Pilot gewesen, sondern eher der massive Gummiabrieb auf der Strecke, erklärte der Ferrari-Chef in der Folge. "Man muss dieses Jahr bedenken, dass es ein großes Problem ist, wenn man einmal die Ideallinie verlassen hat", so Domenicali. "Die Strecke ist mit dem ganzen Gummiabrieb sehr schmutzig - also versucht man seine Linie so lange wie möglich zu halten, denn wenn man erst einmal von der Linie weg ist, kriegt man den ganzen Abrieb auf die Reifen und verliert an Leistung", beschrieb der Teamchef die Problematik, die auch seinen Fahrer etwas zu lange im Windschatten Hamiltons gehalten habe.

"Das ist dieses Jahr eine trickreiche Angelegenheit. Wenn man in einer eigentlich klaren Situation die Möglichkeit hat zu überholen, muss man einiges an Risiko auf sich nehmen - das ist nicht so einfach", sagte Domenicali. All zu sehr enttäuscht wollte der Ferrari-Chef über die geringe Punkteausbeute in Sepang auf Grund der Vielzahl an Problemen also nicht sein. "So ist das nun einmal. Ich denke aber, dass wir ohne das Problem mit dem Heckflügel wirklich hätten angreifen können", meinte der Italiener optimistisch für die Zukunft.