Der Aufwärtstrend war da, doch im entscheidenden Moment wurde er vom Winde verweht. Beide Mercedes-GP-Piloten kämpften im Qualifying mit dem Seitenwind, der ihren verstellbaren Heckflügeln zusetzte. So scheiterte Michael Schumacher im Q2 und kam Nico Rosberg nur auf Startplatz neun.

"Wir sind in der Gruppe hinter Red Bull und McLaren", sagt Teamchef Ross Brawn. Doch statt wie nach den Trainingseindrücken erhofft, an der Spitze dieser Gruppe zu fahren, sprangen nur die Plätze neun und elf heraus. "Insgesamt haben wir uns verbessert, obwohl sich das im Endergebnis nicht zeigt", sagt Schumacher. "Aber bis zu den letzten Runs waren wir ungefähr dort, wo wir uns erwartet hatten - rund um die Pace von Ferrari."

Auto rutscht zu sehr

Brawn beschreibt das Seitenwindproblem so: "Im Qualifying gab es einige Kurven, in denen der Luftfluss unter bestimmten Bedingungen nicht stabil war. Ich denke, dass es am Seitenwind gelegen hat, denn bis zum Qualifying dachten wir, dass wir das Problem gelöst hätten." Äußere Umstände wie Seitenwind sorgen dafür, dass der Luftstrom nach der Rückstellung des Flügelprofils nicht sofort wiederhergestellt ist. Durch die ungeplante Instabilität des Autos können die Fahrer nicht das Maximum an Leistung aus diesem herausholen.

"Im Prinzip rutscht das Auto einfach mehr, so kann man es sich vorstellen", erklärt Schumacher. "Man hat nicht den gleichen Anpressdruck und kann nicht so schnell durch die Kurven fahren." Nico Rosberg wäre deshalb nicht unglücklich, wenn es am Sonntag regnen würde. "Dadurch könnten wir vielleicht besser abschneiden als im Trockenen", sagt er. Außerdem hat er als Zweiter des Regenqualifyings von 2010 gute Erinnerungen an ein nasses Sepang.

Schumacher: Vorteil bei der Reifenwahl

Der Wind störte die empfindliche Aerodynamik des Silberpfeils, Foto: Sutton
Der Wind störte die empfindliche Aerodynamik des Silberpfeils, Foto: Sutton

Michael Schumacher kann derweil auf einen kleinen Vorteil beim Start bauen. Denn erstens funktioniert KERS im Gegensatz zu Melbourne an diesem Wochenende problemlos und zweitens darf er sich die Reifen für den Start als Elfter frei aussuchen. "Da ist ein kleiner Vorteil, weil wir etwas mehr Grip am Start haben, schließlich habe ich neue Reifen und die Top-10 nicht, aber angesichts der Tatsache, dass wir heute Fünfter oder Sechster hätten werden können, ist es kein so großer Vorteil, von Platz 11 neue Reifen zu haben."

Dennoch spielen die Reifen im Strategiebriefing eine entscheidende Rolle, denn mit den harten Reifen könnte er vom Start weg länger draußen bleiben als die Konkurrenten mit den weichen. "Letztendlich sollte der Vorteil der harten Reifen nicht so groß sein, weil der Leistungsunterschied des weichen Reifens ziemlich groß ist", sagt Schumacher. Wer den weichen Reifen schont, kann auch damit lange fahren, gerade wenn die anderen Fahrer die harten Reifen zu stark rannehmen und damit zerstören.