Knapp sechs Sekunden fehlten Timo Glock im Qualifying auf Polesetter Sebastian Vettel. Doch der Deutsche zeigte sich weniger erschrocken über den Rückstand auf Red Bull als auf den Vorsprung gegenüber HRT. Nur eine Sekunde trennten Virgin und HRT in Malaysia. "Das ist schon beängstigend", gestand Glock. "HRT rückt uns auf die Pelle. Dabei sind sie erst wenige Kilometer mit dem Auto gefahren."

Beim Virgin-Piloten lief vor und im Qualifying so einiges schief. "Wir haben gestern Abend etwas an der Aufhängung verändert. Das hat nicht funktioniert, wir haben es heute Morgen wieder zurückgebaut und ich musste quasi blind in das Qualifying gehen", verriet Glock. In Q1 wurde er auf seiner schnellen Runde von Karthikeyan aufgehalten. "Er stand mir im Weg und auf meiner zweiten, schnellen Runde waren die Reifen schon langsamer", so Glock. Generell würden die Reifen extrem schnell abbauen, sowohl die weiche als auch die härtere Mischung.

Reifen ein Problem

"Die zweite Runde ist schon deutlich langsamer. Dann bleibt der Reifen einigermaßen konstant bis die magische Runde kommt, wo er plötzlich nicht mehr geht. Man muss ein Gefühl dafür entwickeln, ob der Reifen noch eine Runde geht oder nicht", verriet Glock. Wie hart die Strecke die Reifen rannimmt, sehe man an den vielen fliegenden Teilen rund um die Strecke.

"Es ist erschreckend, welche Brocken da wegfliegen. Auf meiner schnellen Runde flogen bei mir solche Brocken auch weg. Vielleicht habe ich sie irgendwo aufgesammelt und durch die hohe Reibung sind sie dann plötzlich weggeflogen, aber ich hatte danach Vibrationen, also muss auch bei mir etwas weggeflogen sein. Das war krass", sagte Glock. Nicht nur wegen dem hohen Reifenverschleiß ist er für das Rennen wenig optimistisch. Regen würde dem Team auch nicht helfen.

"Das Auto ist im Nassen genauso langsam wie im Trockenen. Natürlich steigt durch Regen die Fehlerquote der Anderen und das könnte uns in die Karten spielen, aber das Auto ist generell schwierig zu fahren", erklärte der Virgin-Pilot. Erst in der Türkei bringt das Team neue Updates an die Strecke. Bis dahin muss sich Glock in Geduld üben. "Ich kann eh nichts ändern. Ich kann nur das Beste aus dem machen, was ich habe. Da sind jetzt andere Leute gefragt und ich rate ihnen, dass sie Zeit im Auto finden", betonte Glock.