Sauber-Teamchef Peter Sauber war am Sonntag in Melbourne ein glücklicher Mann. Seine Fahrer hatten beide gepunktet und sein Auto hatte sich als recht schnell und standfest erwiesen. Damit war dem schweizerischen Team ein viel besserer Saisonauftakt gelungen als voriges Jahr und dem nach wie vor nicht mit vielen Sponsoren gesegneten Rennstall konnte das nur recht sein. "Es ist ein wichtiges Resultat. Das zurückkommen war ja schwierig. Da helfen solche Momente schon", sagte Sauber gegenüber Motorsport-Magazin.com.
Erwartet hatte er das Ergebnis nicht. Zwar war er durchaus davon ausgegangen, dass Kamui Kobayashi von Startplatz neun auf Position acht fahren kann, aber die Fahrt von Sergio Perez von Startposition 13 auf den siebten Endrang hatte Sauber begeistert. "Das ging dank seines Umgangs mit den Reifen und das konnte man nicht erwarten. Es war ein zweiter Stopp geplant, vielleicht sogar ein Dritter, das weiß man nie so genau. Aber die Reifen hielten und hielten und hielten", staunte der Teamchef.
Ein atypischer Mexikaner
Eine mögliche taktische Option für die Konkurrenz will er damit nicht offenbart haben, denn einerseits hatte er selbst nicht geglaubt, dass die Reifen halten können, andererseits meinte er: "Die Anderen sind ja auch mit den weichen Reifen gefahren." Perez' reifenschonenden Fahrstil hatte Sauber vor dem Grand Prix noch nicht wirklich erkennen können. So gab es beim Test in Barcelona zwar die Simulation eines Rennwochenendes, bei dem sich Perez in allen Dingen, Qualifying inklusive, gut anstellte, aber die Renndistanz konnte er nicht zu Ende fahren.

"Aber dort hat man gesehen, wie ruhig er das Ganze angeht; ganz atypisch für einen Mexikaner. Er ist ruhig, er ist auch jetzt nicht überschäumend", verriet Sauber. Dafür war der Teamchef selbst sehr froh, denn der Saisonauftakt im Vorjahr war gar nicht nach Wunsch gelaufen. "Voriges Jahr war eine Katastrophe. Darum sind wir in diesem Jahr mit sehr viel Zurückhaltung an die Sache gegangen. Das war für mich jetzt überraschend", erklärte er und gab zu, dass er auch erleichtert war.
Red Bull holt niemand ein
Ob sich Sauber jetzt als fünftbestes Team der Formel 1 sehen kann, wollte er vorerst nicht beantworten. "Das ist für mich nicht so wichtig, denn Kuala Lumpur ist ein ganz anderes Rennen. Das hier ist schon eine spezielle Strecke", sagte der Schweizer. Zur Konkurrenz gab er aber schon eine Einschätzung ab. So war er von der Stärke des McLaren überrascht. "Der Rest ist eigentlich normal. Die Überlegenheit von Red Bull ist deutlicher, als alle angenommen haben", meinte er. Und Sauber glaubte nicht, dass Red Bull in diesem Jahr noch jemand einholen kann. "Ich kann es mir nicht vorstellen."
Auf der anderen Seite konnte er für sein Team positiv verbuchen, dass man mit der vermeintlichen Größe Mercedes GP wohl auf Augenhöhe ist. "Mercedes ist nicht schneller als wir. Und wir haben noch ein konventionelles Auspuffsystem, das darf man nicht vergessen", sagte Sauber. Ein überarbeitetes System wird das Team noch bekommen. "Geplant ist es für Barcelona, es muss aber erst funktionieren."

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