Vor dem Saisonstart in Down Under galt Williams auf Grund des innovativen FW33 noch als eine der möglichen Überraschungen des Jahres 2011. Dieses Bild hat sich nach der ersten Bewährungsprobe im Albert Park nun aber zumindest vorläufig relativiert. Beide Piloten mussten das Rennen mit mechanischen Defekten aufgeben. Ein ungestümer Rubens Barrichello sorgte in Melbourne mit seinem Manöver gegen Nico Rosberg zudem für Kopfschütteln und brockte sich selbst eine Strafe ein. Auch das Debüt von Pastor Maldonado hatte man sich bei den Briten anders vorgestellt.
"Wir wissen nicht genau was mit dem Auto passiert ist und müssen uns das Problem mit den Ingenieuren erst genau ansehen. Es gab keine Vorwarnung - ich bin einfach stehen geblieben und das war's dann", meinte Maldonado enttäuscht. "Der Start war noch großartig - es gab in den ersten zwei Kurven einige knifflige Momente, aber ich bin gut durchgekommen. Dann kam ich gerade gut ins Rennen hinein, alles am Auto fühlte sich gut an, genauso wie ich mich selbst - doch dann ging es dahin", fasste der Rookie sein Debüt zusammen und fügte hinzu: "Ich will jetzt einfach nach vorne schauen und freue mich darauf, in Malaysia bald wieder auf der Strecke zu sein."
Einen längeren und weitaus intensiveren Arbeitstag als Maldonado erlebte Teamgefährte Rubens Barrichello. Bis zu seinem Ausfall in Runde 48 war es ein ereignisreiches Rennen für der Routinier, der im Startgetümmel in Kurve zwei schon durchs Kiesbett musste und sich am Ende des Feldes wiederfand. "Es war ein hartes Rennen für uns. Beim Start wurde ich etwas rausgedrängt, aber anschließend hatte ich einen guten Rhythmus und habe bis zu dem Zwischenfall mit Rosberg eine Menge überholt", sagte der Brasilianer.
"Ich wollte ihn an diesem Punkt eigentlich gar nicht überholen, denn ich habe mich gegen Kobayashi verteidigt. Ich denke wir hatten einen Reifen mit Grip und auf der anderen Seite einen ohne - deshalb hatten wir wohl verschiedene Bremspunkte", lautete die seltsame Erklärung des eigentlich erfahrenen Formel-1-Rekordstarters für den Unfall. "Rosberg hat früher gebremst und ich war bereits in der Mitte der Kurve, bevor ich das Auto stoppen konnte", so Barrichello, der für die Aktion eine Durchfahrtsstrafe erhielt. Abgesehen von den Zwischenfällen sei sein Bolide aber konkurrenzfähig und schnell gewesen: "Das ist positiv für das nächste Rennen", meinte der Williams-Pilot.
Williams-Technik-Direktor Sam Michael konnte mit dem Rennen ohne Punktausbeute nicht zufrieden sein. "Nach Problemen mit den Einstellungen für den verstellbaren Heckflügel, war Rubens eigentlich gut unterwegs. Wir hatten dann aber Probleme mit den Vorderrädern und haben diese gewechselt, um einen Reifenschafen zu vermeiden. Nach Rubens Zwischenfall mit Rosberg war auch noch der Frontflügel beschädigt. Am Ende des Rennens schied er dann mit einem Getriebe-Problem aus", zählte Michael die Fehlerkette auf. "Bei Pastor hatten wir zu Beginn des Rennens einen ähnlichen Defekt. Wir untersuchen nun beide Probleme", sagte der Williams-Technikchef.

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