Beim Sauber-Team gab es am Sonntag in Melbourne viele nach oben gestreckte Daumen zu sehen, denn der Rennstall war mit beiden Fahrern in die Punkte gekommen. Besonders überraschend war dabei die Leistung von Rookie Sergio Perez. Zwar gab es durchaus Vertrauen in sein fahrerisches Können, dass eine Ein-Stopp-Strategie aufgehen würde, hatte aber kaum jemand geglaubt.
"Dieses Rennen werde ich nie in meinem Leben vergessen, so viel ist sicher. Nachdem wir die Reifen gewechselt hatten, wollte ich mit den weichen Pneus zuerst angreifen, aber dann habe ich gemerkt, dass ich sie ganz gut schonen kann, und wir haben entschieden, damit durchzufahren", berichtete Perez nach seiner Fahrt zu Platz sieben. Am vielleicht kuriosesten war, dass der Mexikaner im Lauf des Rennens Zeit hinter Sebastian Vettel verlor, weil der Deutsche auf alten Reifen langsamer war als er. Deswegen überholte Perez den Weltmeister sogar.
Reifen-Haltbarkeit eine Überraschung
"Dabei habe ich den Heckflügel eingesetzt, und er hat mir auch Platz gelassen. Ich bin sehr stolz auf mein Team, die Strategie hat funktioniert, und es war eine schöne Überraschung, dass die Reifen so lange durchgehalten haben. Ich möchte mich bei allen bedanken, insbesondere in Mexiko, die mir geholfen haben, in die Formel 1 zu kommen", sagte Perez.

Ebenfalls freuen konnte sich Kamui Kobayashi, der als Achter auch reichlich Beute gemacht hatte. Der Japaner sah durchaus die Möglichkeit, dass der Punktesegen weitergeht. "Ich werde versuchen, jedes Rennen in die Punkte zu fahren. Das ist im Moment unser Ziel. Es läuft wirklich gut und ich freue mich, wie es heute ausgegangen ist", meinte Kobayashi. Von der Ein-Stopp-Strategie seines Teamkollegen war er überrascht - vor allem weil sie funktioniert hatte.
Ein toller Job
"Ich konnte das nicht glauben. Er hat einen tollen Job gemacht und Glückwunsch an ihn. Das war ein toller Job vom Team", meinte der Sauber-Pilot gegenüber Motorsport-Magazin.com. Weniger toll fand er den verstellbaren Heckflügel im Rennen. Manchmal konnte er ihn zum Einsatz bringen, wirklich geholfen hat er aber nicht. "Es ist nach wie vor nicht einfach, vor allem auf dieser Strecke."
Im Vordergrund stand aber die Freude über das gute Ergebnis am Ende eines recht soliden Rennens. Denn damit hoffte er, auch seinen Landsleuten im durch das Erdbeben schwer gezeichneten Japan eine Freude gemacht zu haben. "Ich habe immer gesagt, ich will für sie ein gutes Rennen fahren und jetzt bin ich glücklich. Ich will ihnen nur das Beste wünschen."

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