Die Stimmung bei Renault war nach dem Qualifying in Melbourne geteilt. Vitaly Petrov hatte mit Platz sechs eine überzeugende Leistung abgeliefert, Nick Heidfeld war dafür bereits in Q1 gescheitert. Petrov freute sich klarerweise über seine Position in der dritten Reihe. "Nach der ganzen Arbeit während eines sehr harten Winters für das ganze Team fühlt es sich toll an, hierherzukommen und mich in Reihe drei zu qualifizieren. Es gab in Q3 viel Druck, weil ich nur einen Run ganz am Ende der Session hatte. Es gab also keine zweite Chance und ich freue mich, dass ich die Runde durchbrachte", sagte Petrov.
Das Auto hatte sich für den Russen schon das ganze Wochenende gut angefühlt und mit jedem Training konnte er es noch besser machen. "Ich denke, wir sind in einer tollen Position für das Rennen und können morgen um einige Punkte mitfahren. Wegen der Reifen mache ich mir nicht zu viele Sorgen, denn sie haben für uns bislang gut funktioniert und wir haben nicht den Abbau gesehen, den wir bei den Wintertests hatten", erklärte Petrov.
Heidfeld steckte fest
Etwas nachdenklicher gab sich Heidfeld. Ganz alleine war der Deutsche aber nicht schuld an seinem Ausfall in Q1. So hatte er auf seinem letzten Run viel Verkehr und KERS lief auch nicht richtig. "Dadurch musste ich einige Settings ändern und das hat mich eine meiner schnellen Runden gekostet. Es gab so viel Verkehr und ich habe versucht, eine freie Strecke zu finden, aber es funktionierte nicht. Das ist Pech, aber ich muss das jetzt hinter mir lassen", sagte Heidfeld.

Sein Pech war, dass er keine vernünftige freie Runde fand und der letzte Run seine einzige Hoffnung war. "Das Problem war, dass ich aus der Box raus bin und wir uns da eigentlich eine Lücke gesucht hatten. Doch man kann nicht kontrollieren, wann die Anderen rausfahren. Da waren dann genau ein Virgin und ein Lotus vor mir in der Boxengasse. Ich wollte sie auf der Outlap überholen, aber das ging nicht. Sie haben selbst gepusht, um keine Position zu verlieren", erklärte er. Als dann das Problem mit KERS auftauchte, verlor er noch eine Runde, um die Einstellungen zu ändern, in der Runde drauf fuhr er auf Mitstreiter auf, stellte ab und ließ andere durch.
Gegen HRT verschätzt
Vor seiner letzten Runde musste er noch Fernando Alonso durchlassen, der Spanier machte ihm dann aber ebenfalls gleich Platz. "Ich musste aber noch zusätzlich zwei Autos überholen. Einerseits den Virgin, das ging sich mit Ach und Krach auf der Gegengeraden aus. Dadurch habe ich seine Runde wohl auch kaputtgemacht und selbst Zeit verloren. Dann musste ich einen HRT überholen, was eigentlich kein großes Problem ist. Aber sie waren so langsam, dass ich mich etwas verschätzt habe. Ich dachte, am Ausgang der Kurve fahre ich schön innen vorbei, aber er war so langsam, dass ich noch einmal voll auf die Bremse musste und das war es dann."
Wo Heidfeld hätte hinfahren können, wäre alles glatt gelaufen, konnte er nicht sagen. Petrov hatte eine gute Marke gesetzt, doch Heidfeld war mit dem gesamten Wochenende noch nicht so zufrieden. "Die Balance des Autos hat auch nicht gepasst. Ich war nicht da, wo ich mich nach den Tests im Vergleich zu Vitaly gesehen hätte. Es ist aber, wie es ist. Es fällt so kurz nach dem Qualifying schwer, aber jetzt muss ich nach vorne schauen und gucken, dass es im Rennen morgen besser wird. Für Malaysia müssen wir schauen, dass es besser läuft."
Reifen und Flügel machen Hoffnung
Für Hoffnung sorgte bei Heidfeld noch das Thema Taktik, auch wenn der Unterschied zwischen dem weichen und harten Reifen nicht so groß war wie angenommen. Allerdings wird er mit einem frischen Reifen seiner Wahl starten können, während die Top-10 bereits einige Runden auf ihren weichen Walzen drauf haben. "Aber die Top-10 sind von P18 noch ein Stückchen weg. Zumindest kann ich den Flügel ein paar Mal ausprobieren. Auf einmal gefällt mir die Idee - ok, nein, ich finde es noch immer nicht gut, aber zumindest morgen sollte mir das helfen."

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