Mit den Plätzen 21 und 22 startet Virgin zum morgigen Grand Prix von Australien am Ende des Feldes. Gibt es keine Ausnahme seitens der FIA, ist zu erwarten, dass die beiden HRT, die in der Qualifikation noch langsamer waren als Virgin, der 107%-Regel zum Opfer fallen und nicht antreten dürfen. Damit haben Timo Glock und Jerome d'Ambrosio am Sonntag wohl zumindest nach hinten viel Luft und keinen Druck.
Einen Lichtblick gab es beim Blick auf den Zeitenmonitor am Samstag dennoch. Timo Glock fehlte in der Qualifikation nur eine halbe Sekunde auf die beiden Lotus von Heikki Kovalainen und Jarno Trulli. Der Virgin-Pilot wollte sich aber zuerst einmal nur auf die eigene Leistung konzentrieren. "Das erste Wochenende der Saison war ein harter Test für uns und heute haben wir die Chance bekommen, zu sehen wo wir stehen und wie wir uns verbessern müssen", erklärte der Deutsche.
"Am Ende des Tages muss man sagen, dass wir nicht hier sind, um nur um eine Zeit innerhalb der 107% der Führenden zu kämpfen. Nun sehen wir aber immerhin was wir zu tun haben. Wir sind ein starkes Team und müssen das Auto jetzt da hinbringen, wo wir es brauchen", sagte Glock. "Für das morgige Auftaktrennen werden wir uns auf die Zuverlässigkeit konzentrieren und versuchen als Lohn für die harte Arbeit aller, beide Autos ins Ziel zu bringen", blickte der Virgin-Pilot voraus.
Glocks Teamkollege Jerome d'Ambrosio war vor dem Hintergrund seines ersten Rennwochenendes mit der allgemeinen Entwicklung zufrieden. "Ich bin sehr glücklich über den Fortschritt, den wir dieses Wochenende gemacht haben. Dieser hat sichergestellt, dass wir uns nun auf das Rennen morgen freuen können", meinte der Belgier. "Für mich persönlich war das mein erstes Qualifying und ich konnte genau sehen, was von mir verlangt wird und wo ich mich verbessern muss. Ich werde all diese Informationen - die guten, wie die schlechten - nützen, um zu das zu schaffen", versprach der Rookie.
"Erst einmal bin ich aber damit zufrieden, dass die Dinge heute in unsere Richtung gelaufen sind und ich hoffe, dass ich mein erstes Formel-1-Rennen morgen als eine positive Erfahrung erleben kann", erklärte D'Ambrosio. Teamchef John Booth hatte ein lachendes und ein weinendes Auge. "Timo hat heute das Optimum herausgeholt und auch Jerome hat an seinem Debüt-Wochenende tolle Arbeit geleistet", meinte der Engländer. "Aber natürlich ist das noch nicht die Position, in der wir sein wollen. Nur gegen die 107%-Regel zu fahren ist nicht unser Ziel", erklärte der Virgin-Mann. Booth wusste aber auch: "Trotzdem ist es ein großer Schritt und Unterschied im Vergleich dazu, wo wir noch vor 12 Monaten standen."

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