Viel Kritik war nach den Testfahrten auf McLaren hereingeprasselt. Die unbefriedigenden Resultate der Tests hatten dafür gesorgt, dass sich die britische Rennschmiede aus dem Kreis der Favoriten für den Saisonauftakt in Melbourne katapultiert hatte. Ein Zustand, den das ambitionierte Team so nicht akzeptieren konnte. Eine technische Reaktion war vonnöten, um die teilweise eklatanten Zuverlässigkeitsprobleme in den Griff zu bekommen.
So wurde Hand an den MP4-26 angelegt, vor allem das Abgas-System stand im Fokus der Ingenieure. Herausgekommen ist eine simplere Lösung des verzwickten Abgastraktes. Das verriet Teamchef Martin Whitmarsh während einer Telefon-Konferenz mit Journalisten. "Wir haben einen völlig neuen Unterboden und ein neues Abgas-System. Es gibt zahlreiche andere kleine Veränderungen, aber diese beiden Teile werden den Leuten in Australien am meisten auffallen", so der Brite.
Dramatische Änderungen
Whitmarsh gab zu, mit dem neuen Auto während der Tests nicht glücklich gewesen zu sein: "Wir haben einige dramatische Änderungen vorgenommen. Diese wird man in Melbourne sehen. Ich würde sagen, es ist ein simpleres Design, als das letzte." Dabei gebe es natürlich gewisse Risiken - schließlich kann McLaren die neuen Teile nicht mehr ausgiebig testen - doch laut Whitmarsh sei man guter Hoffnung, dass der MP4-26 wieder wettbewerbsfähig sei.
Weiter ist er davon überzeugt, dass die Basis des neuen Boliden nicht schlecht ist. Nur das Abgas-Problem müsse man in den Griff bekommen. In der Vergangenheit hätten die Briten mit extrem radikalen Lösungen herumexperimentiert - doch das habe keine überzeugenden Resultate abgeliefert.
"Wir hatten ein paar wirklich kreative Ideen, von denen manche auf spektakuläre Art und Weise gut funktioniert hätten", so Whitmarsh weiter: "Doch dafür hätten diese Teile während des Rennens ausreichend haltbar sein müssen - und ehrlich gesagt, waren sie das nicht alle." Deshalb habe man sich wieder ans Zeichenbrett setzen müssen, denn das Ziel für Australien ist laut Whitmarsh klar: "Ich sage nicht voraus, dass wir gewinnen. Aber ich sage, dass das unser Ziel ist."



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