Formel 1

Bahrain-Beschluss in Barcelona - Berichte über Bahrain-Entscheidung variieren

Der Druck auf die F1 nimmt zu: Was passiert mit den geplanten Testfahrten und dem Saisonauftakt in Bahrain? Angeblich wurde der Grand Prix bereits abgesagt.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die Entscheidung über die anstehenden Testfahrten und den Saisonauftakt in Bahrain rückt näher. Wie mehrere Medien berichten, wollen sich die Formel-1-Teams nach dem Ende der Tests in Barcelona an einen Tisch setzen und entscheiden, ob der F1-Zirkus ins krisengeschüttelte Bahrain reist. Aus dem Umfeld der Teams heißt es, dass man mit der Entscheidung nicht länger warten kann. Aufgrund der blutigen Proteste in Bahrain scheint ein Test in zwei Wochen eher unwahrscheinlich, als Ausweichmöglichkeiten werden Barcelona und Jerez gehandelt.

Doch die internationalen Meldungen variieren. Gulf News hatte am Sonntag Abend berichtet, dass das für den 11. März geplante Rennwochenende auf das Ende der Saison verschoben werden soll. Demnach solle der GP vor dem Saisonfinale in Brasilien ausgetragen werden. Auch Bernie Eclestone hatte dies bereits in Erwägung gezogen. Bahrain wäre somit das dritt- oder vorletzte Rennen der Saison. Zumindest vom logistischen Aspekt her würde dies durchaus Sinn machen: Am 13. November gastiert der F1-Zirkus im nahe gelegenen Abu Dhabi.

Bahrain macht wie gewohnt weiter

Direkt aus Bahrain hört man wieder anderes. "Wir haben nicht das Gefühl, dass die Situation hier außer Kontrolle ist", erklärte Bahrain-Streckenchef Laurent Moore gegenüber La Presse. "Wir wurden instruiert, mit den Vorbereitungen auf den Bahrain-GP wie bisher weiter zu machen." Unruhen habe es nur in Manama Downtown gegeben. Man fühle sich trotz der zahlreichen Verletzten und Toten ziemlich sicher.

Trotzdem deutet alles darauf hin, dass der Grand Prix nicht, wie geplant, Mitte März im Wüstenstaat ausgetragen wird. "Es sieht danach aus, dass das Rennen abgeblasen wird", berichtete Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Britische Medien hatten kürzlich berichtet, dass bereits zum Montag Mittag eine Entscheidung in Sachen Bahrain erwartet werde. Das war allerdings nicht der Fall. Ecclestone kündigte an, sich später am Montag mit dem Kronprinzen von Bahrain treffen zu wollen, um die Lage zu besprechen. "Dann können wir einige Entscheidungen darüber treffen, was genau zu tun ist."

Wahrscheinlicher ist, dass die FOTA nach dem ersten Treffen am vergangenen Freitag in der Nacht auf Montag abermals tagt. Der internationale Druck nimmt immer weiter zu. Den Teams selbst wird daran gelegen sein, einen zügigen Beschluss zu fällen: Vor dem Saisonauftakt am 11. März sollen noch Testfahrten in Bahrain stattfinden - die letzte Möglichkeit, die eigenen Boliden optimal auf das Jahr 2011 vorzubereiten.

Barcelona steht für Test bereit

Schon häufig ist angeklungen, dass eine alternative Rennstrecke zu den anberaumten Tests gesucht wird. Barcelona und Jerez gelten dabei als Favoriten. Der Circuit de Catalunya stünde offenbar bereit für einen weiteren Test des F1-Trosses. "Die Formel 1 ist unser größter Kunde. Wenn sie uns ein Datum nennen, dass werden wir unseren Kalender anpassen", erklärte Salvador Servia, der Streckenchef des Circuit de Catalunya, gegenüber El Mundo. "Wir sind offen für ihre Bedürfnisse. Wenn etwas passieren sollte, finden wir eine Lösung."

Ein Problem gibt es allerdings in Barcelona: das Wetter. Die Temperaturen sind derzeit kühl, zudem regnet es häufig. Nicht die beste Vorbereitung auf die anstehende Saison. Stattdessen bevorzugen einige Teams scheinbar wärmere Testbedingungen. "Wir brauchen warme Temperaturen für einen Test", betonte Red Bulls Adrian Newey. "Ich kenne keine Details, aber wenn wir nicht in Bahrain testen können, wäre Abu Dhabi eine großartige Möglichkeit", stimmte Renaults Steve Nielsen zu.

Zuletzt hatte Ecclestone auf Zeit gespielt. Schließlich geht die Absage des Bahrain-GP mit einem immensen finanziellen Verlust einher. Deshalb hatte der F1-Zampano kurzerhand die Entscheidungsgewalt, die ihm von der FOTA zugetragen wurde, an den Kronprinzen von Abu Dhabi weiter gegeben. Der 80-Jährige hatte erklärt, dass der Kronprinz besser über die aktuelle Lage in der Wüste informiert sei und deshalb entscheiden solle. Ecclestone dazu wörtlich: "Ich war nicht da. Ich habe keine Ahnung." Alles deutet darauf hin, dass der F1-Boss spätestens am Dienstag Morgen in Sachen Bahrain schlauer sein wird.


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