Es gibt viele Änderungen bezüglich der Regeln für 2011. Welche davon haben den größten Einfluss auf den F150?
Aldo Costa: Den größten Einfluss haben die Regeln auf die Entwicklung der Aerodynamik. Das Auto wird sich stark verändern. Den Doppel-Diffusor und den F-Schacht gibt es nicht mehr. Der Fahrer kann kann das aerodynamische Setup nicht mehr ändern. Der Unterboden wird keine "Löcher" mehr in der Mitte haben. Das ist eine fundamentale Änderung. Der Heckflügel wird verstellbar sein, sodass der Fahrer das Auto vor ihm überholen kann oder die Möglichkeit im Qualifying benutzt, wenn es angebracht ist. Und KERS ist zurück. Obwohl wir an der Größe gearbeitet haben, ist das System immer noch ziemlich schwer. Dafür mussten unsere Designer das Auto neugestalten. Zusätzlich gibt es noch einige neue Sicherheitsregeln der FIA. Wir haben uns daran beteiligt, weil Sicherheit auf der Strecke extrem wichtig ist.

Ist der F150 eher eine Evolution oder eine Revolution im Vergleich zum Vorjahreswagen?
Aldo Costa: Aufgrund der neuen Regeln sollte ein sauberer Schnitt zum alten Auto passiert sein, mit neuen Konzepten und Designlinien. Obwohl man besorgte Gesichter sieht, bleiben diese Linien ziemlich unverändert. Die Autos sehen so aus wie im vergangenen Jahr, aber von der Technik her werden sie sich stark unterscheiden.

Wie wird sich der F150, den wir jetzt gerade sehen, in den kommenden Wochen entwickeln?
Aldo Costa: Die Entwicklung des Autos ist in zwei großen Schritten geplant: Einer während der Wintertests, wo wir uns hauptsächlich um die Mechanik kümmern. Das bedeutet, dass die Struktur des Wagens, das Chassis, die Schaltung und die Aufhängung in den ersten Saisonrennen gleich bleiben wird. Die Aerodynamik ist simpel und für die ersten Testfahrten nur vorübergehend. Das richtige Aerodynamik-Setup kommt dann erst zum Saisonbeginn.

Was waren die anspruchsvollsten Herausforderungen bei diesem Projekt?
Aldo Costa: Auf dem Papier mit dem Heck des Autos zu beginnen, weil der Doppel-Diffusor und der F-Schacht verschwunden sind. Dazu gab es noch neue Regelungen für den Unterboden. Wir mussten das gesamte Projekt von Grund auf überdenken.

In diesem Jahr liefert Pirelli die Reifen: Welche Fragezeichen gibt es noch hinter dem neuen Hersteller?
Aldo Costa: Das Projekt und die Entwicklung dieser Reifen passierte in sehr kurzer Zeit: Pirelli hatte nur ein paar Monate Zeit, um den Reifen zu entwickeln. Ich glaube, dass sie sehr gute Arbeit geleistet haben, aber es gibt noch viel zu tun. Wir müssen mehrere Mischungen testen, wobei wir uns im Hinblick auf die Reifen-Konstruktion bereits in einer guten Verfassung befinden. Es gibt noch viel zu tun und das ist ein sehr wichtiges Thema. Wir müssen die Wintertests so gut wie möglich nutzen, um ein optimales Setup mit den Pirellis zu erreichen.

Wie bereiten Sie sich auf die Testfahrten vor?
Aldo Costa: Die Strukturen und Methoden haben sich bei Ferrari in den vergangenen Jahren progressiv verändert: Wir haben immer viele Runden auf der Strecke abgespult, aber jetzt bleiben uns im Februar nur vier Tage Zeit dafür. Es bleibt keine Zeit, fundamentale Probleme zu lösen, die mit der Zuverlässigkeit des Autos zu tun haben. Deshalb müssen wir diese Arbeit auf dem Prüfstand verrichten. Derzeit testen wir die Substruktur und die Funktionalität des F150 auf dem Prüfstand, um mit einem zuverlässigen Auto auf die Strecke gehen zu können.

Fühlen Sie sich persönlich verpflichtet, zu gewinnen?
Aldo Costa: Eine kurze Frage bedarf einer kurzen Antwort. Ein Wort ist genug: Ja.