Der Vorhang ist gefallen, die Rote Göttin entblößt: Als erstes Team hat Ferrari mit dem F150 seinen Wagen zur neuen Saison präsentiert. Das Ziel der Scuderia ist eindeutig: Der Titel soll endlich wieder nach Italien.

Die herbe Schlappe aus der vergangenen Saison, als Sebastian Vettel dem bis dato WM-Führenden Fernando Alonso im letzten Rennen noch den sicher geglaubten Titel wegschnappte, soll schnellstmöglich in Vergessenheit geraten.

Gespannt blickt man auch bei Ferrari auf die neue Saison. Aufgrund der zahlreichen Regeländerungen werden wohl erst die ersten Testfahrten im Februar einen Aufschluss über die Stärke des F150 bringen.

Doch noch bevor die ersten WM-Punkte überhaupt vergeben sind, stellen die Italiener die derzeitigen Regeln wieder einmal in Frage. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf den strikten Begrenzungen der Testfahrten.

Luca di Montezemolo bei der Präsentation des F150, Foto: Ferrari
Luca di Montezemolo bei der Präsentation des F150, Foto: Ferrari

"Wir müssen gemeinsam mit der FIA an einer Verbesserung der Regularien arbeiten", gab Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo während des Ferrari-Launch zu Protokoll: "Die Formel 1 kann nicht der einzige professionelle Sport sein, in dem nicht trainiert werden darf."

Statt komplexer Tests im Windkanal wünscht sich Montezemolo wieder mehr greifbare Action auf der Rennstrecke. "Wir müssen den Mechanikern und den Motoren mehr Raum bieten. Wir müssen vermeiden, dass die Formel 1 ein rein aerodynamischer Test wird."

Strikte Regeln seien zwar berechtigt, doch die "DNA der Formel 1" müsse erhalten bleiben. Was bedeutet das? "Wir brauchen maximale und innovative Technologie sowie maximale Performance - auch um vorauszuahnen, wie sich der Transfer dieser Technologien auf die Sportwagen auswirkt." Zudem sei es laut di Montezemolo sinnvoll, zum KERS zurückzukehren, da man dieses System auch auf Sportwagen adaptieren könne.

Bereits vor Weihnachten hatte sich der Ferrari-Präsident bereits über die geplante Einführung der 1,6-Liter-Turbomotoren in der Formel 1 beschwert. Es wird wohl nicht die letzte Beschwerde aus Maranello gewesen sein.