Als Nick Heidfelds Handy klingelte und ihm Peter Sauber von der Verpflichtung des jungen Mexikaners Sergio Perez für die Saison 2011 berichtete, ging für den Deutschen die Welt nicht unter. "Ich hatte nur für die letzten fünf Rennen unterschrieben, für mich war die Überraschung nicht so groß wie für einige Außenstehende", betont Heidfeld. "Ich ärgere mich nicht."

Stattdessen freue er sich ehrlich für Peter Sauber und sein Team, für das er immerhin sieben Jahre gefahren ist. "Ich muss hoffen, dass woanders etwas geht, werde aber nicht ins Detail gehen", so Heidfeld. "Es verändert die Situation für mich nicht dramatisch, ich bin weiter in Gesprächen mit anderen Teams." Namentlich gibt es nur noch bei Renault und Force India freie Plätze.

Die McLaren-Chance war da

"Ich bin sehr zuversichtlich, aber sicher bin ich mir erst, wenn ich die Unterschrift getätigt habe", sagt Heidfeld im Exklusivinterview mit der neuen Ausgabe des Motorsport-Magazins. "In der Formel 1 kommen immer so viele Dinge zusammen, Geld, Politik... Es ist nun mal nicht so, dass gesagt wird, du bist der bessere Fahrer - was, ohne jetzt arrogant klingen zu wollen - viele wahrscheinlich unterschreiben würden, also kriegst du das Cockpit."

Manchmal komme etwas zum Vorschein, mit dem man überhaupt nicht gerechnet habe. Etwa Jenson Button oder Michael Schumacher - diese Kombination verhinderte Ende 2009 einen Wechsel von Heidfeld zu McLaren oder Mercedes. "Was letztes Jahr passiert ist, hat mich nicht komplett aus der Bahn geworfen. Es war mir immer klar, dass das passieren könnte", betont Heidfeld.

Obwohl er natürlich nicht damit gerechnet hatte. "Denn wir waren wirklich sehr weit und sehr nah dran mit McLaren. Die McLaren-Chance war da, ich musste versuchen, sie zu nutzen. Ich will gewinnen, nicht nur einfach mitfahren." So lange warten wird er mit der Unterschrift allerdings nicht mehr. "Wenn ich von mehreren Seiten gute Angebote habe, kann ich immer noch abwägen. Aber wenn von einem vielversprechenden Team etwas kommt, werde ich es sicher nicht hinhalten bis zum St. Nimmerleinstag."

Räikkönen, Webber, Kubica geschlagen

Nick Heidfeld sucht weiter nach einem Cockpit für 2011, Foto: Sutton
Nick Heidfeld sucht weiter nach einem Cockpit für 2011, Foto: Sutton

In den verbleibenden vier Rennen kann Heidfeld noch einmal eine Visitenkarte abgeben - obwohl das angesichts der Rennpause und der schwierigen Reifen nicht einfach wird. "Es ist wichtig, wie du gegen deinen Teamkollegen stehst. Aber die Leute in der Formel 1 sehen mich ja nicht das erste Mal, sie wissen, dass ich eine gewisse Pause hatte."

Also hofft er darauf, dass sie auch noch die guten Leistungen gegen ehemalige Teamkollegen wie Kimi Räikkönen, Felipe Massa, Mark Webber und Robert Kubica im Hinterkopf haben. "Das sind alles WM-Kandidaten oder Fahrer mit einem guten Ruf. Ohne überheblich zu klingen: Ich habe gegen alle gut ausgesehen, wenn nicht noch mehr."

Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Motorsport-Magazins ein Exklusivinterview mit Nick Heidfeld - darin erklärt der Deutsche seine Erkenntnisse aus den Pirelli-Entwicklungstests für 2011 und seine Pläne auf der Cockpitsuche. Das neue Motorsport-Magazin ist seit dem 7. Oktober im Handel oder am besten direkt online zum Vorzugspreis bestellen: