Zwar konnte McLaren mit den Rängen vier und fünf im zweiten Training in Monza seiner Favoritenrolle nicht ganz gerecht werden, doch es war eben nur Freitag und da hat das normalerweise nicht viel zu sagen. Statt Zeiten zu jagen wurde gearbeitet, denn Lewis Hamilton hatte getestet, ob es mit oder ohne F-Kanal und dementsprechender Aerodynamik besser läuft. Auf der Geraden brachte die Variante ohne F-Kanal mit weniger Flügel mehr Vorteile, dafür war es in den Kurven schwierig, mit F-Kanal und mehr Flügel war es andersherum. Letztendlich waren die Zeiten ähnlich, die Sektoren aber sehr verschieden.
Wie es nun weitergeht, konnte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh noch nicht sagen, denn erst wollte das Team schauen, wie sich das jeweilige Paket über die Renndistanz verhalten wird und wie es die Reifen beansprucht- es stand also Datenstudium an. Rein vom Reifenverschleiß her würde momentan aber wohl die Option mit F-Kanal den Vorzug bekommen. Wichtig war Whitmarsh aber auch, was die Konkurrenz so zeigte und obwohl Ferrari über den Longrun ganz gut aussah, hatte der Teamchef doch eher Red Bull als härtesten Konkurrenten auf der Rechnung.
Flexi-Wings wohl kein Problem mehr
"Auf dieser Strecke ist wohl Red Bull stärker. Vorher wurde darüber spekuliert, dass wir stark sein werden und sie schwach, aber das habe ich nie so behauptet", erklärte der Brite. In einer Sache schien sich Whitmarsh beruhigen zu können, flexible Vorderflügel waren ihm keine mehr aufgefallen. "Mir wäre nichts Verdächtiges aufgefallen. Wir haben aber auch mehr auf unser Programm geschaut. Ich weiß, die FIA hat nach dem Training Tests gemacht und ich hoffe, das Thema ist dieses Wochenende kein großes Problem."
Eher ein Problem war für ihn das Stallorder-Urteil gegen Ferrari. Er fand es seltsam, dass die FIA gemeint hatte, es gebe nicht genügend Beweise, um Ferrari härter zu bestrafen. "Aber wenn nicht genug Beweise vorhanden sind, stellt sich die Frage, warum dann überhaupt 100.000 Dollar zu bezahlen waren. Ich sehe da die Logik nicht ganz. Ich habe die Begründung aber auch noch nicht vollständig gelesen." Whitmarsh wäre es wichtig, dass die FIA nun Klarheit schafft, denn nach dem Urteil gibt es für ihn mehr Aufklärungsbedarf als vorher. "Aktuell ist klar, die Stallregie ist verboten. Das gilt auch für die restliche Saison. Nun ist es an der FIA, den Teams genau zu sagen, wo wir stehen."

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