Monza ist einzigartig. Wegen der Atmosphäre. Wegen der Tifosi. Und wegen der Streckencharakteristik. Trotz der eingefügten Schikanen ist Monza der letzte High-Speed-Tempel im Rennkalender. "Vor einigen Jahren hatten wir noch Hockenheim, was eine ähnliche Spezifikation beim Auto verlangte", erinnert sich Sauber-Technikchef James Key. Doch die langen Waldgeraden fielen der Schere zum Opfer. Heute wird auf einem umgebauten Rundkurs mit obligatorischer Spitzkehre gefahren.

"Es ist gut, solche Rennen wie hier zu haben und andererseits Rennen wie Monaco", sagt Key. McLaren-Ingenieursdirektor Paddy Lowe stimmt zu: "Vielfalt ist toll." Auch Ferrari-Technikdirektor Aldo Costa setzt sich für unterschiedliche Strecken ein. "Wenn wir alle Strecken und Kurven standardisieren, geht die Herausforderung verloren", mahnt er. "Ich mag Monza. Ich mochte das alte Hockenheim und ich mag einzigartige Strecken wie Spa. Es wäre schön, wenn wir mehr verschiedenartige Strecken hätten und nicht nur standardisierte Medium- bis High-Downforce-Kurse."

Unbekannte Korea

Mit der neuen Strecke in Korea erwartet die Formel 1 Ende Oktober ein neuer Kurs. "Angesichts der Karten und Simulationen scheint es ein High-Downforce-Kurs zu sein", sagt Williams-Technikchef Sam Michael. "Es wird interessant, ob man überholen kann, denn es scheint sehr viel Abtrieb zu verlangen und das verhindert normalerweise Überholmanöver, wenn auch nicht zwangsweise."

Die Strecke ist eine Mischung aus langen Geraden und Abschnitten, die viel Downforce benötigen. "Es wird einer dieser Kompromisse", glaubt Key. Nur die Kerbs und die Streckenoberfläche werfen derzeit noch Fragen auf. "Wenn es besonders rutschig ist, wird es sicher viel Abtrieb sein. Wenn sich der Grip gut entwickelt, könnte sich das verändern." Wie sich der neue Kurs tatsächlich in das Geflecht der bestehenden Strecken einordnet, wird sich erst vor Ort zeigen.