Alan, zwar sammelte Renault in Kanada durch Robert Kubicas siebten Platz sechs weitere WM-Punkte. Dennoch reisten Sie enttäuscht aus Montreal ab...
Alan Permane: Ja - weil wir fühlten, dass wir nicht das Optimum aus dem Wochenende herausgeholt haben. Dieses Gefühl hatten wir in dieser Saison zum ersten Mal nach einem Grand Prix. Ein Großteil der Frustration beruht auf unserem Reifenmanagement. Wir litten unter einem so hohen Verschleiß, dass wir weit zurückfielen und unsere Erwartungen nicht erfüllen konnten.

Trotz eines derart schwierigen Wochenendes WM-Punkte eingefahren zu haben, muss Ihnen dennoch Mut machen ...
Alan Permane: Ja, es ist beruhigend, ein akzeptables Ergebnis zu erzielen, obwohl die Dinge nicht für uns liefen. Zum ersten Mal in dieser Saison wirkten sich die Reifen so heftig auf das Rennen aus, weil niemand die gewohnte Ein-Stopp-Strategie umsetzen konnte. Es hat Spaß gemacht, sich der Herausforderung zu stellen und die Taktik den schwierigen Bedingungen anzupassen. Schade nur, dass dies anderen Teams besser gelang als uns.

Ein Wort zu Vitaly. Worauf sollte er sich in Valencia konzentrieren?
Alan Permane: Meiner Meinung nach sollte er das Wochenende so angehen, wie es für ihn bislang in dieser Saison so gut funktioniert hat. In Montreal leistete er während der Freien Trainings gute Arbeit, die Strecke kennenzulernen und den Renault R30 kontinuierlich zu verbessern. Angesichts des neuen Reglements stellt das Qualifying den wohl wichtigsten Teil des gesamten Grand Prix-Wochenendes dar. Er erreichte nur Platz 14 und startete deshalb mittendrin im Feld - damit begannen seine Probleme. Vitaly hat bereits bewiesen, dass er das Zeug dazu hat, das Top-Ten-Qualifying zu erreichen. Das haben wir beim Großen Preis der Türkei gesehen. Für ihn geht es darum, weiter an seiner Konstanz zu arbeiten.

Können Sie sich an eine Saison erinnern, in der das Entwicklungstempo auf derart hohem Niveau lag?
Alan Permane: In der Tat schreitet die Weiterentwicklung in diesem Jahr extrem schnell voran. Wenn wir den Abstand zur Pole Position als Maßstab für unsere Verbesserungen anlegen, konnten wir die Lücke von Rennen zu Rennen verringern, denn wir haben schneller entwickelt als einige unserer Konkurrenten. Mit den jüngsten Updates wird sich dieser Trend am kommenden Wochenende hoffentlich fortsetzen.

Vitaly Petrov soll sich im Grid nach vorne arbeiten, Foto: Sutton
Vitaly Petrov soll sich im Grid nach vorne arbeiten, Foto: Sutton

Erwarten Sie, dass der Zweikampf zwischen Renault und Mercedes über die gesamte Saison anhalten wird?
Alan Permane: Ich hoffe nicht, denn ich würde mir wünschen, dass wir uns irgendwann deutlich von ihnen absetzen können. Ich habe das Gefühl, dass wir aktuell einen leichten Vorteil ihnen gegenüber haben. So konnte sich Robert Kubica in Montreal vor beiden Mercedes qualifizieren, obwohl Nico Rosberg auf dem weichen Option-Reifen unterwegs war. Wir wissen aber, dass wir Mercedes nicht unterschätzen dürfen. Sie arbeiten genauso hart wie wir - und sie sind immerhin die amtierenden Weltmeister. Aktuell rangieren wir in der Konstrukteurs-WM 29 Punkte hinter ihnen. Unser Ziel lautet, sie so schnell wie möglich zu passieren.

Was sind die speziellen Anforderungen des Kurses in Valencia? Kommt die Charakteristik dem Renault R30 entgegen?
Alan Permane: Bei Valencia handelt es sich um einen typischen nicht-permanenten Straßenkurs, der besonders zu Beginn des Wochenendes nur wenig Grip bietet. Der Renault R30 funktionierte sehr gut in Monaco, dem anderen reinen Straßenkurs im Kalender. Wir sind deshalb optimistisch, dass unser Wagen auch am kommenden Wochenende eine gute Vorstellung abliefern kann. Wir werden die gleichen Reifenspezifikationen wie in Kanada zur Verfügung haben. In puncto Verhalten und Verschleiß erwarte ich aber keine so gravierenden Probleme.