Robert, kurz vor dem Großen Preis von Europa in Valencia: Fährst Du gerne auf dem Stadtkurs der spanischen Metropole?
Robert Kubica: Ich weiß, dass viele Fahrer dies anders beurteilen, aber für mich kann ich sagen: Ich mag die Strecke. Die Mischung aus Stadtrennstrecke und modernem Grand Prix-Kurs macht die Sache aus meiner Sicht so interessant. Das grundsätzliche Layout erinnert mit den vielen eher langsamen Kurven an den Großen Preis von Kanada. Ebenso wie in Montreal kommt es in Valencia in erster Linie auf eine hohe Bremsstabilität und gute Traktion für das Herausbeschleunigen an - und dies sollte unserem Renault R30 liegen. Wir werden mit einem höheren Maß an aerodynamischem Abtrieb an den Start gehen als in Kanada, dennoch kommt der aerodynamischen Effizienz eine große Bedeutung zu: Gleich vier Mal pro Runde dringen wir bis in sehr hohe Geschwindigkeitsbereiche vor.
Die großen Erwartungen des Renault Teams für den Großen Preis von Kanada wurden enttäuscht, Euch fehlte das gesamte Wochenende Grip. Kann sich dies in Valencia wiederholen?
Robert Kubica: Den größten Unterschied zwischen beiden Rennstrecken macht der Asphalt aus: In Montreal erwies sich der neue Straßenbelag als überaus rutschig. Diesbezüglich sollte der Teer in Valencia ein höheres Niveau bieten und uns in die Karten spielen - auch wenn die Ausgangsvoraussetzungen für alle gleich sind. Da es sich auch in Spanien um einen Straßenkurs handelt, rechnen wir am Freitag wieder mit geringem Grip, der im Laufe des Wochenendes aber immer besser werden sollte - zumal im Rahmenprogramm mehr Rennserien an den Start gehen, die mit ihrem Reifenabrieb ebenfalls eine griffigere Spur legen sollten.
Das Renault Team hat sich als Saisonziel vorgenommen, Mercedes in der Konstrukteurswertung zu schlagen. Denkst Du, Ihr könnt Eure Konkurrenten in Valencia bezwingen?
Robert Kubica: Wenn es nach mir geht, dann schlagen wir jeden, nicht nur Mercedes. Der Abstand zu den Rennställen, die derzeit an der Spitze liegen, ist nicht so riesig. Dennoch müssen wir noch eine Menge Boden gutmachen. Und dies gelingt uns nur, wenn wir weiter mit Volldampf arbeiten und uns stetig verbessern. Auch am kommenden Wochenende führen wir wieder einige neue Entwicklungen für den Renault R30 ein und hoffen, dass sie uns erneut einen Schritt voran bringen. Aber auch die anderen Teams geben Gas, deswegen müssen wir schneller und erfolgreicher arbeiten. In Spanien kann alles Mögliche passieren. Es wird spannend zu sehen, wie sich die Hackordnung darstellen wird und wo wir im Vergleich mit unseren Konkurrenten stehen.

diese Formel 1 Interview