Christian Horner war der Frust auch einige Zeit nach dem Türkei Grand Prix deutlich anzusehen. Am meisten schien ihn zu ärgern, was der schiefgegangene Zweikampf seiner beiden Fahrer für Konsequenzen hatte. "Wir sind ein Team. Wir müssen beim nächsten Rennen wieder zurückschlagen. Die Konsequenz ist, dass wir McLaren 43 Punkte geschenkt haben. Wir haben sie heute bei Strategie, bei den Stopps und bei allem gepackt und dann haben wir ihnen ein Geschenk gemacht", meinte Horner.

Ohne sonst jemandem die Schuld klar zuzusprechen, wiederholte er noch einmal seine Meinung, dass Sebastian Vettel keine große Schuld an der Kollision in Runde 41 hatte. "Die Situation war so, ein Fahrer war schneller als der andere, er konnte angreifen und wir bitten die Piloten dann nur immer, sich gegenseitig Platz zu lassen", erklärte der Red-Bull-Teamchef.

Vielleicht etwas zu früh bewegt

Dennoch kritisierte er, dass Vettel sich auf dem Weg zur Kurve vielleicht ein wenig zu früh bewegt hatte. Frustrierend war die Sache für Horner vor allem deswegen, weil er vor dem Rennen gesagt hatte, dass er seine Fahrer so nicht kämpfen sehen will. "Die Fahrer sind Individuen mit starkem Willen, aber sie fahren beiden für das Team und das wissen sie. Sie waren früher immer sehr gut, wie in Malaysia und anderswo gesehen. Sie sind die ganze Saison eng gegeneinander gefahren. Es ist sehr frustrierend, dass heute sowas passiert", sagte er.

Dass Vettel überhaupt so neben Webber fahren konnte, machte Horner einfach am guten Windschatten aus, den der Deutsche hatte. Die Motoren seien im gleichen Programm gelaufen, da habe es keinen Unterschied gegeben. "Sebastian war schneller, das konnte man sehen. Mark war mit den Primes nicht ganz so glücklich, aber das Problem war, dass die McLaren dicht dahinter waren. Deswegen kann man in der Phase nicht einfach langsamer machen. Beide Fahrer gaben Vollgas und es war ein Rennzwischenfall, der sehr enttäuschend ist, weil er Fahrer und Team viele Punkte gekostet hat."

Kein Individuum ist größer als das Team

Für ihn war der Zwischenfall das Schlimmste, was passieren konnte und er wollte sich mit beiden Piloten zusammensetzen, um die Sache zu besprechen und sicherzustellen, dass so etwas nicht wieder vorkommt. "Beide Piloten fahren für das Team. Kein Individuum ist größer als Team. Nicht nur Fahrer haben Punkte verloren, auch das Team hat Punkte verloren, so einfach ist das", betonte Horner. Dass die Beziehung zwischen Mark Webber und Vettel leiden wird, glaubte er nicht. "Sie sind beide Profis. Sie hatten in Fuji 2007 schon Kontakt und kamen danach gut miteinander aus. Sie werden auch das hier überstehen."