Luca Engstler (GRT-Lamborghini) hat im Nachgang zum Samstagsrennen der DTM in Zandvoort eine aus seiner Sicht bittere Strafe kassiert. Der 25-Jährige ist im neuerstellten Ergebnis vom vierten bis auf den zehnten Platz zurückversetzt worden und verliert damit sein bis dato bestes Saisonergebnis.

Engstler kassierte nachträglich eine 5-Sekunden-Ersatzstrafe anstelle einer Penalty Lap, die den GRT-Lamborghini-Piloten weit im Klassement zurückwarf. Die Entscheidung gab ein DMSB-Sprecher am Sonntagmorgen vor dem zweiten Rennen in Zandvoort (heute ab 16:30 Uhr live im Free-TV bei ProSieben) bekannt.

DTM Zandvoort: Highlights und Zusammenfassung Rennen 1 (07:04 Min.)

Engstler-Kollision mit Maro Engel: Späte Strafe

Grund für die späte Strafe: Die Rennleitung sah Engstler nach Sichtung aller Videoaufnahmen als Schuldigen einer Kollision mit Maro Engel (Winward-Mercedes) an. Die beiden Piloten waren sich kurz nach dem Rennstart beim Kampf um den zweiten Platz ins Gehege gekommen. Engel beschwerte sich direkt am Funk, doch eine erste Untersuchung der Rennleitung während des Rennens blieb ohne Folgen.

Während Engstler dadurch zwischenzeitlich den zweiten Platz übernahm, fiel Engel bis auf P5 zurück und überquerte die Ziellinie später als Zehnter. Im neuen Ergebnis rutscht der Mercedes-AMG-Werksfahrer nun auf die neunte Position nach vorne, einen Platz vor seinem Lamborghini-Rivalen. Neuer Vierter anstelle von Engstler ist der Meisterschafts-Führende Lucas Auer (Landgraf-Mercedes), der sich über zusätzliche Punkte freuen darf.

In der DTM wird ganz genau hingeschaut

Ärgerlich für Engstler: Wegen einer späten Safety-Car-Phase - die kontrovers diskutiert wurde - war das Feld der 24 Autos in den letzten Runden eng beisammen. Da tut selbst eine 5-Sekunden-Strafe richtig weh. Engstler kassierte für den Kontakt mit Engel obendrein eine Verwarnung. Verwarnt wurden im Nachgang auch Podest-Fahrer Maximilian Paul (Kollision mit Jack Aitken), Gilles Magnus (ebenfalls Kollision mit Jack Aitken) und Ben Green (Kollision mit Marco Wittmann).

Laut einem DMSB-Sprecher sei die Maßnahme, das umfangreiche Videomaterial der Onboard-Kameras im Nachgang noch einmal genau zu überprüfen, zuvor im Fahrer-Briefing gemeinsam mit den Teams und Fahrern besprochen worden. Ziel dieser Maßnahme sei es, die "für die DTM definierten besonders hohen Driving Standards auch weiterhin zu erfüllen".

Dicke Geldstrafe für Emil-Frey-Ferrari

Dass in der DTM ganz genau hingeschaut wird, bekam am Samstag nach dem Rennen auch das Ferrari-Team Emil Frey Racing zu spüren. Der Schweizer Rennstall wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von insgesamt 6.000 Euro verdonnert. Grund: Das Team hatte in der Startaufstellung bei den drei Ferrari 296 GT3 von Aitken, Green und Vermeulen andere Regenreifen montiert, obwohl vorher bereits Regenreifen montiert waren.

Das verstößt gegen Artikel 38.1 des Sportlichen Reglements, der besagt: Nach Verlassen der Boxengasse bis zum Start des Wertungslaufs sind Reifenwechsel verboten. Ausgenommen davon ist der Wechsel von beschädigten Reifen und der Wechsel von Slicks auf Regenreifen und umgekehrt.