Marco Bezzecchi reiste mit einer wahren Seuchenserie nach Silverstone. Seit seinem Grand-Prix-Sieg in Mugello lief für den Aprilia-Piloten nichts mehr zusammen. Stürze und Skandale neben der Strecke sorgten für einen massiven Absturz im Kampf um die WM-, den Bezzecchi 2026 so stark begonnen hatte. Plötzlich witterten bereits abgeschriebene Fahrer wie Marc Marquez wieder ihre Chance. Doch in Silverstone setzte Bezzecchi unter starken Schmerzen mit zwei dritten Plätzen in Sprint und Grand Prix ein echtes Ausrufezeichen. MotoGP-Experte Tom Lüthi sieht in seiner Leidenszeit auch Vorteile.
Tom Lüthi über Bezzecchi: „Er ist aus dem Tief stärker zurückgekommen“
Das Unheil des Italieners nahm in Tschechien seinen Lauf. Nach einem Sturz im Sprint von Brünn ließ er seiner Wut freien Lauf und verpasste einem Marshal eine Backpfeife. Daraufhin durfte er als Strafe beim Grand Prix am Sonntag nicht an den Start gehen. Als wäre das noch nicht genug, stürzte er nur eine Woche später im Rennen von Assen schwer, kam jedoch ohne größere Verletzungen davon. Der Tiefpunkt folgte schließlich in Deutschland, wo er sich nach einem Highsider im Qualifying auf dem Sachsenring das Schlüsselbein brach. Trotz all dieser Rückschläge sieht Tom Lüthi nicht alles so grauenhaft, wie es scheint: „Diese Rückschläge haben ihm vielleicht gutgetan. Er wurde wieder geerdet und ist jetzt mit beiden Beinen zurück auf dem Boden der Tatsachen. Der Fokus auf das Fahren und seinen Job ist zurück. Was neben der Strecke passiert, muss er versuchen auszublenden.“ Nach den ganzen Strapazen war Bezzecchi am vergangenen Wochenende in Silverstone körperlich und mental sichtlich am Ende. Doch kann er gerade aus diesen Rückschlägen neue Kraft für die zweite Saisonhälfte schöpfen?

Mentale Komponente Knackpunkt für Marco Bezzecchi
Dass man nach einem Tief stärker zurückkommen kann, sollte kein Geheimnis sein. Marc Marquez war in der vergangenen Saison das Paradebeispiel dafür. Zwar war die Misere von Marco Bezzecchi bei Weitem nicht so lang wie jene von Marc Marquez, doch Tom Lüthi schätzt ihn dennoch mental gestärkter ein und zieht auch Parallelen zu seiner eigenen Karriere. „2016 hatte ich in Brünn auch einen Highsider und bin im Krankenhaus gelandet. Ich musste zwei Wochen lang zu Hause bleiben und konnte mich damals auf den folgenden Grand Prix in Silverstone nicht vorbereiten. Dennoch bin ich nach England gereist, um es zu versuchen, und habe schließlich das Rennen gewonnen. In dieser Zeit ist im Kopf viel passiert und ich bin mental gereift“, erinnert sich Lüthi. Bei Bezzecchi dürfte das wohl ganz ähnlich verlaufen sein. Im Kopf hat ein Neustart stattgefunden, schließlich musste der angeschlagene Bezzecchi in Silverstone keine großen Erwartungen erfüllen. Er konnte befreit fahren und sich an die Signale seines Körpers anpassen. Zu kämpfen hatte er zwar allemal, doch geistig waren einige Blockaden gelöst. Mit 209 Punkten liegt er nun auf Platz zwei in der WM, 31 Punkte hinter Teamkollege Jorge Martin. Es ist also alles offen bei noch zehn ausstehenden Rennen.
Was meint ihr: Kann Marco Bezzecchi trotz seiner Verletzungen in dieser Saison noch um den WM-Titel mitfahren? Sagt es uns in den Kommentaren! Wie Marco Bezzecchi in Silverstone seine Schmerzen überwunden hat, erfahrt ihr derweil im folgenden Artikel:

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