Das Beste kommt zum Schluss? Das dachte sich wohl Honda HRC Castrol, denn das Werksteam aus Asaka sicherte sich kurz nach Neujahr den letzten Präsentationstermin für die MotoGP-Saison 2026. Erst einen Tag vor Beginn des Sepang-Tests (3. bis 5. Februar) war es soweit: Am Montag enthüllte Honda im Rahmen einer Online-Präsentation die neuen Maschinen für 2026.
Gemäß dem Trend der letzten Wochen entschied sich auch die Honda Racing Corporation, auf größere Veränderungen in Sachen Lackierung zu verzichten. Die letzte RC213V - ab 2027 wird Hondas MotoGP-Motorrad auf den Namen RC214V hören - kommt wie schon im Vorjahr in den Werksfarben der Japaner daher: Rot, Blau und Weiß. Hauptsponsor Castrol hält sich mit der Platzierung des Firmenlogos und Schriftzugs am unteren Ende der Seitenverkleidung weiterhin bedenkt, anders als Vorgänger Repsol.
Honda auf dem Vormarsch: 2026 wieder MotoGP-Sieganwärter?
Während Joan Mir und Luca Marini auch 2026 also in altbekannten Farben unterwegs sein werden, stellen sich MotoGP-Fans Hondas dieser Tage wohl vor allem eine Frage: Werden die beiden HRC-Piloten in der neue Saison die Spitze aufmischen können? 2025 gelang Honda nach jahrelangem Absturz schließlich die langersehnte Trendwende, Mir holte in Motegi und Sepang sogar zwei Podien für das Werksteam. Und der Trend zeigt weiter in die richtige Richtung: Beim Shakedown in Sepang fuhr Testfahrer Aleix Espargaro die schnellste Rundenzeit, war nur 0,172 Sekunden langsamer als Francesco Bagnaia auf seinem Weg zur Pole im letztjährigen Malaysia-Grand-Prix.
"Die neue Honda sieht sehr gut aus. Ich will nochmal gewinnen und ein paar Podien einfahren", hatte deshalb bereits Johann Zarco beim LCR-Launch am Sonntag eine breite Brust gezeigt und auch die Werkspilot haben offenbar Blut geleckt. "Ich kann es nicht erwarten, jetzt auf das Motorrad zu springen. Ich habe große Erwartungen für die neue Saison. Es geht vorwärts, ich sehe eine großartige Zukunft für uns. Ich bin mir sicher, dass wir 2026 ein Rennen gewinnen werden", stimmte Marini Zarco knapp 24 Stunden später zu und auch Mir zeigte sich angriffslustig: "Ich stehe jeden Morgen mit einem Ziel auf: Ich will zurück an die Spitze. Wenn wir uns auf die richtigen Dinge fokussieren, können wir den letzten Schritt machen. Wir können konstant um das Podium mitfahren."
Die Vorzeichen stehen also gut, aber auf Mir und Marini wartet 2026 keine leichte Situation. Zum einen fallen die Concessions weg, zum anderen platzte vergangene Woche aber natürlich auch die erste Bombe auf dem MotoGP-Transfermarkt: Fabio Quartararo soll 2027 zu Honda wechseln. Sollte sich das bewahrheiten, würde das bedeuten, dass mindestens Einer aus dem Duo Mir/Marini den japanischen Hersteller im kommenden Jahr verlassen muss. Denn Zarco (2027) und Diogo Moreira (2028) verfügen schon über gültige Verträge mit HRC, womit nur noch eines der vier Honda-Motorräder zu haben wäre. Und selbst hier ist im Fall der Fälle nicht sicher, dass dieses an Mir oder Marini gehen wird. Mit Francesco Bagnaia ist beispielsweise noch mindestens ein weiterer Spitzenfahrer auf dem Markt, der gemeinsam mit 'El Diablo' eines der namhaftesten und schlagkräftigsten Duos der Königsklasse bilden könnte, sofern es sich die Honda-Verantwortlichen denn so wünschen sollten.
Stellung zu den Quartararo-Berichten wollte am Montag bei Honda natürlich niemand beziehen, aber die aktuellen HRC-Piloten wissen offenbar um die Gefahr. "Seit ich hier bin, ging es stetig bergauf. Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft wieder um WM-Titel fahren werden und ich möchte auch dann noch auf der Honda sitzen", machte zumindest Marini seine Ambitionen, über 2026 hinaus in Asaka bleiben zu wollen, schonmal mehr als klar.
Seine Zukunft bereits geklärt hat Marco Bezzecchi. Der letztjährige WM-Dritte hat seinen Vertrag mit Aprilia am Montagmorgen verlängert:



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