Der Shakedown zur MotoGP-Saison 2026 ist geschafft, und beinahe auch die komplette Launch-Season. 24 Stunden nach Gresini wartete am Sonntag nämlich die vorletzte Teampräsentation des Jahres auf alle Fans der Königsklasse - jene von LCR Honda. Die Truppe von Teamchef und IRTA-Präsident Lucio Cecchinello enthüllte in Malaysia die neuen Motorräder für 2026.

Spannend: Wie schon in den letzten zwei Jahren wird LCR-Speerspitze Johann Zarco wieder auf einem Castrol-gebrandeten Motorrad an den Start gehen. Das grün-weiße Design mit roten Akzenten ist längst etabliert und stets eines der besten in der Königsklasse. Neu sind lediglich ein paar schwarze und blaue Akzente. Eine völlige Veränderung gibt es derweil auf der anderen Seite der Garage. War das zweite LCR-Bike seit 2018 stets von Idemitsu gesponsert, übernimmt 2026 mit Pro Honda [gehört zum HRC-Konzern, Anm.] ein neuer Hauptsponsor. Das ist Folge der HRC-Entscheidung, mit Diogo Moreira erstmals einen nicht-asiatischen Piloten auf dem zweiten LCR-Motorrad unterzubringen. Der Brasilianer, der direkt bei HRC unter Vertrag steht, fährt 2026 deshalb in ähnlichen Farben, wie das Honda-Werksteam im Vorjahr.

MotoGP-Rookie Diogo Moreira? LCR-Boss hat große Erwartungen!

Wohin die Reise für den ersten MotoGP-Brasilianer seit Alex Barros im Jahr 2007 gehen wird, ist aktuell noch schwer abzusehen. Im Valencia-Test landete er bei seinem ersten Outing auf einem MotoGP-Bike noch auf dem 21. Platz mit 1,8 Sekunden Rückstand, beim Shakedown fehlten ihm am dritten und letzten Tag noch 1,1 Sekunden auf Honda-Testfahrer Aleix Espargaro, der die schnellste Zeit des Shakedowns gefahren war. Ein ordentlicher Rückstand also, aber wahrlich auch kein Grund zur Sorge. Denn Rookie-Kollege Toprak Razgatlioglu schlug Diogo Moreira etwa schon um anderthalb Zehntelsekunden.

"Ich denke, dass wir bereit für die Saison sind", sagt Moreira selbst. Er lässt wissen: "Ich habe über den Winter hart trainiert, ich hatte nach dem Valencia-Test nur eine Woche Urlaub. Jetzt kann es also endlich losgehen. Ich habe viel mit Marc und Alex Marquez zusammen trainiert, da habe ich viel gelernt. Der Shakedown lief gut, wir haben großartige Arbeit geleistet. Wir haben zwar noch viel Arbeit vor uns, um das Motorrad besser zu verstehen, aber wir werden gut vorbereitet nach Thailand reisen." LCR-Boss Cecchinello stimmt zu: "Jeder weiß, welch großes Talent und Potenzial er hat. Er schlägt sich bislang richtig gut, wir sind sehr beeindruckt von seinem Fahrstil und seinem Fortschritt. Er braucht noch etwas Zeit, aber ich bin mir sicher, dass wir ihn bald vorne dabei sehen werden."

Damit haben zehn der elf MotoGP-Teams ihre Designs für 2026 enthüllt, nur das Honda-Werksteam muss am Montag noch nachlegen. Hier könnt ihr euch alle bislang bekannten Lackierungen nochmal anschauen:

Johann Zarco träumt: 2026 mit LCR Honda im MotoGP-WM-Kampf?

Nochmal deutlich angriffslustiger und optimistischer als Moreira zeigte sich unterdessen Stallgefährte Zarco, der 2026 offenbar hoch hinaus will. "Ich träume noch immer davon, um einen WM-Titel zu kämpfen", gab der Franzose nicht ganz ernstgemeint an. "Ich weiß nicht, ob das wirklich realistisch ist, aber die neue Honda sieht sehr gut aus. Aleix war sehr schnell damit und die Kommentare fallen positiv aus. Das gibt mir große Hoffnungen für 2026. Ich will nochmal gewinnen und ein paar Podien einfahren. Aber wir müssen ruhig bleiben, denn die Saison wird lang. Wenn wir ruhig bleiben und gut arbeiten, kann es aber ein sehr gutes Jahr für uns werden."

Egal, wie gut oder schlecht es 2026 letztlich läuft, Diogo Moreira und Johann Zarco müssen sich keine Sorgen um ihre Zukunft machen. Einen Vertrag für 2027 mit HRC haben nämlich beide schon in der Tasche - anders als etwa Pedro Acosta und Alex Marquez. Wir haben KTM-Motorsportchef Pit Beirer zu den jüngsten Gerüchten vom MotoGP-Transfermarkt für 2027 befragt: