Marc Marquez muss in diesen Tagen wieder einmal erfahren, wie eng Sieg und Niederlage in der MotoGP beisammen liegen. Am vergangenen Sonntag feierte er in Motegi seinen siebten Titel in der Königsklasse und krönte damit eines der größten Comebacks der Sportgeschichte. Nach der WM-Feier und einem Sponsoren- und Medienmarathon geht es an diesem Wochenende im indonesischen Mandalika weiter - und Marquez steckt plötzlich in Problemen.

Marc Marquez muss zwei Stürze wegstecken

Er verpasste im Training am Freitag als Elfter die Top-Ten und muss somit erstmals 2025 im Qualifying bereits in Q1 ran. Das war Marquez letztmals im Vorjahr am Sachsenring passiert. Vorangegangen waren dem verpassten Direkteinzug in Q2 zwei Stürze des frischgebackenen Champions. Zuletzt rutschte er relativ harmlos in Kurve zehn weg, flog nur 23 Minuten später aber in Turn 5 heftig ab.

"Mit dem letzten Reifen wollte ich dann nichts mehr riskieren. Meine Priorität war es, nicht mehr zu stürzen", erklärte Marquez anschließend, warum es trotz ausreichend Zeit am Ende des Trainings nicht mehr für eine Position in den Top-Ten gereicht hatte. "Am Vormittag war es noch nicht so schlecht, aber am Nachmittag hatte ich dann zwei sehr eigenartige Stürze. Ich habe beide Male zuerst das Hinterrad verloren."

Marc Marquez und Mandalika: Keine Liebesgeschichte

Für Marc Marquez setzt sich damit in Mandalika ein bereits bekanntes Muster fort. Der Indonesien-Grand-Prix ist so etwas wie das Angst-Event des Seriensiegers im MotoGP-Kalender. Nur hier und in Portimao konnte er noch nicht gewinnen. In Mandalika beendet Marquez bislang aber noch nicht einmal ein Rennen: 2022 stand er nach einem heftigen Warm-Up-Crash gar nicht am Start, 2023 stürzte er im Grand Prix und im Vorjahr rollte er mit einem Motorschaden aus.

Marc Marquez' WM-Kater: Keine Lust auf MotoGP-Rennen! (06:53 Min.)

Dass seine sieglose Serie in Indonesien an diesem Wochenende enden wird, glaub Marquez nicht: "Ich werde hier weder am Samstag noch am Sonntag gewinnen. Sogar das Podium wird schwierig. Es geht einfach nur darum, dieses Wochenende zu überstehen und dann in Australien mein Gefühl wiederzufinden. Das ist sicher nicht die beste Art, den Titel zu feiern, aber es ist aber nicht das erste Mal, dass mir so etwas in Mandalika passiert. Was mein Gefühl angeht, ist das die schlechteste Strecke im Kalender."

Michelin-Reifen bereiten Marquez Sorgen

Daran trägt auch das von Michelin gelieferte Reifenmaterial eine Mitschuld. Aufgrund der gewohnt hohen Temperaturen in Mandalika - 55 Grad auf dem Asphalt wurden im MotoGP-Training gemessen - kommen hier Slicks mit einer besonderen, hitzebeständigen Karkasse zum Aufbau. So sollen Defekte an den Reifen verhindert werden. Diese Konstruktion bietet allerdings im Vergleich zu einem gewöhnlichen Aufbau deutlich weniger Grip. "Dieser Reifen ist meiner Meinung nach nicht die beste, aber die sicherste Variante", gab sich Marquez am Freitagabend pragmatisch.

Probleme hatte am Freitag in Indonesien auch Francesco Bagnaia. Warum er 2025 nicht mehr über sein technisches Paket sprechen will, erfahrt ihr hier: