Es ist soweit: Nach fast exakt sechs Jahren Wartezeit kann sich Marc Marquez am kommenden Sonntag (28. September) wieder zum MotoGP-Weltmeister krönen und damit "eines der größten Comebacks in der Sportgeschichte" komplettieren, wie der scheidende Titelträger Jorge Martin am Donnerstag in Motegi treffend festhielt. Ein ganz besonderer Moment in der 76-jährigen Historie der Motorrad-WM steht also kurz bevor, das unterstrich auch Marquez selbst nochmal.
"Die letzten fünf Jahre waren extrem schwer für mich", blickte der MotoGP-Superstar am Donnerstag im rund 120 Kilometer nördlich von Tokio gelegenen Mobility Resort zurück und erinnerte an eine lange Leidenszeit, die mit einem harten Abflug im Spanien-Grand-Prix 2020 begann. "Man kann sagen, dass ich zwei oder drei Jahre meiner Karriere verloren habe, weil ich häufiger zuhause als hier an der Strecke war. Ich will diese Erfahrung nicht wiederholen, aber ich habe viel für mein privates Leben gelernt und genieße jetzt mein zweites Leben als MotoGP-Fahrer. Dass ich diese ganzen Verletzungen jetzt auf bestmögliche Art und Weise abschließen kann, ist sehr wichtig für mich."
Nervosität vor dem großen Tag? Nicht mit MotoGP-Superstar Marc Marquez!
Zwischenzeitlich auch mit dem Karriereende ringend, hat sich Marquez 2025 eindrucksvoll an der Spitze zurückgemeldet. Zur Sommerpause bereits 120 Punkte enteilt, hatte sich der neunte WM-Gewinn bereits seit einigen Monaten abgezeichnet. Nun aber so kurz vor der Verwirklichung zu stehen, lässt dann auch den 32-Jährigen aus Cervera nicht komplett kalt. "Das hier in Motegi etwas Großes passieren kann, ist ein tolles Gefühl. Speziell, weil ich hier schon dreimal Weltmeister wurde", gab er einen Einblick in seine Gefühlswelt.
2014, 2016 und 2018 krönte sich Marquez in Motegi schon zum Champion, jeweils mit Rennsiegen. Nun könnte es zur abermaligen Wiederholung dieses Szenarios kommen. Von Nervosität war bei der Startnummer 93 am Donnerstag aber keine Spur und diesen Eindruck hatte auch Davide Tardozzi. "Nein, überhaupt nicht", meinte der Ducati-Teammanager im MotoGP-Format 'Gear Up'. Schließlich verdiene Marquez diesen Titelgewinn wie kein anderer und er wisse, "dass er wieder über das gleiche Potenzial wie vor seinem Sturz im Jahr 2020 verfügt. Deshalb ist er sehr entspannt." Was es genau zum Titelgewinn braucht, erfahrt ihr hier:
Klare Ansage: Marc Marquez will in Japan Weltmeister werden!
Wie Marquez den Japan-Grand-Prix angehen will? Ganz einfach: "Ich werde von Tag zu Tag schauen. Ich muss zunächst den Freitag verstehen und dann den Samstag. Qualifying und Sprint werden entscheidend werden. Erst dann sehe ich, ob ich am Sonntag eine Chance haben werde. Wir müssen ins Q2 kommen, uns in der ersten oder schlechtestenfalls in der zweiten Startreihe platzieren und dann den Sprint gewinnen oder zumindest Zweiter werden. Denn Alex [Marquez] wird in beiden Rennen abliefern."
Kommt Marquez im Sprint am Samstag (Start 8:00 Uhr MEZ) vor seinem jüngeren Bruder ins Ziel, kann er den WM-Titel mit einem Sieg im Grand Prix am Sonntag (Start 7:00 Uhr MEZ) in jedem Fall aus eigener Kraft klarmachen. Und das ist auch das erklärte Ziel. "Wir wollen hier Weltmeister werden", gab Marquez unmissverständlich an. Doch wenn das nicht klappt, wäre das auch kein Weltuntergang: "Wir werden unser Bestes und dann sehen wir, ob es am Sonntag etwas zu feiern gibt. Wenn nicht, dann kann ich noch weiter warten. Das Wichtigste ist nur, dass es früher oder später passieren wird."
Was glaubt ihr: Krönt sich Marc Marquez in Motegi wieder zum MotoGP-Weltmeister oder kann Alex Marquez die Titelentscheidung nochmal verschieden? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!



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