29-mal in Folge war am Samstagnachmittag in der MotoGP zuletzt kein Vorbeikommen an den Ducatisti. Wann immer der Sprint ausgetragen wurde, am Ende stand eine Desmosedici vor der Podiumsplakette mit der Nummer eins. Ausgerechnet in Misano endete die Dominanz der roten Maschinen über den Sprint nun aber: Marco Bezzecchi bescherte Aprilia und sich selbst einen umjubelten Sieg vor Heimpublikum.
"Ich bin einfach nur glücklich, gewonnen zu haben", schenkte der 26-Jährige aus dem nur wenige Kilometer entfernten Rimini dem Ende der Ducati-Dominanz allerdings nur wenig Beachtung. Vielmehr richtete Bezzecchi, der zuletzt 2023 bei der Dutch TT in Assen einen Sprint gewonnen hatte, den Blick gleich auf das Hauptrennen am Sonntag: "Wir haben das gesamte Wochenende bislang gut gearbeitet und das bedeutet, dass wir auch morgen wieder ein gutes Resultat erzielen können. Wir können über den heutigen Tag glücklich sein, fokussieren uns ab jetzt aber auf morgen."
Favorit am Sonntag? Marco Bezzecchi jagt Misano-Triple
Am Samstagvormittag hatte sich Bezzecchi in einem Tausendstelkrimi schließlich schon die Pole Position im eigenen Wohnzimmer geholt, mit dem Sieg am Sonntag könnte er somit das erste Triple seiner MotoGP-Karriere aus Pole Position, Sprint- und Grand-Prix-Sieg komplettieren. Bis dato also sein bestes Rennwochenende in der Königsklasse? "Das hängt zu sehr von morgen ab", verzichtete 'Bezz' lachend auf eine finale Einschätzung.
Klar ist: Der Aprilia-Pilot geht am Sonntag als einer der großen Favoriten auf den Rennsieg in den San-Marino-Grand-Prix [Start: 14 Uhr, Anm.], aber speziell ein Rivale dürfte ihm das Leben erneut sehr schwer machen wollen. Gemeint ist damit natürlich Marc Marquez, der Bezzecchi den Sieg schon am Samstag streitig gemacht hatte. In Runde sechs war der Ducati-Star sogar kurzzeitig vorbeigegangen, ehe er sich wenige Kurven später per Crash aus dem Sprint verabschiedete. "Ich wusste, dass er dicht hinter mir war, weil ich ein paar Fehler gemacht hatte. In Kurve 14 habe ich die Front kurz verloren und in Turn 4 bin ich etwas weitgegangen", berichtete Bezzecchi vom Duell mit der Nummer 93. "Ich wollte in Turn 6 dann den Ausgang gut vorbereiten, weil ich mit einem Angriff am Ende der Gegengerade rechnete, aber er hat mich dann dort schon überholt."

Geschenkter Sieg durch Marquez-Patzer? Bezzecchi: Ich war zur Stelle!
Kurzzeitig sah es dann so aus, als müsste sich Bezzecchi nach erfolglosen Duellen in Assen, am Sachsenring, Brünn, Spielberg oder im Balaton Park erneut Marquez geschlagen geben. Doch der Sturz des Ducati-Werkspiloten verhinderte eine Wiederholung dieses Szenarios. Ein auf gewisse Art und Weise 'geschenkter Sieg' also? Gewiss nicht, findet Bezzecchi. "Ich habe stark gepusht und ich glaube, dass auch er sehr stark pushen musste [um vorne zu bleiben, Anm.]. Ich bin cool geblieben und war dann zur Stelle", lautete seine klare Ansage an potenzielle Kritiker.
Folglich zeigte sich der 26-jährige Italiener auch optimistisch, das bislang perfekte Wochenende am Sonntag mit dem Grand-Prix-Sieg krönen zu können. Für Marc Marquez ist er ohnehin der Favorit. "Ich denke, dass 'Bezz' morgen der schnellste Fahrer sein wird. Er hat eine wirklich starke Pace und scheinbar keinen Performance-Verlust mit dem Medium-Hinterreifen. Er wird sehr schnell sein", streute der WM-Führende Rosen. Doch einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul. "Wir müssen alles noch verbessern", warnte Bezzecchi vor Überheblichkeit und schickte eine klare Botschaft an seine Aprilia-Mechaniker. Warum? Ganz einfach: "Es kann ja nicht schaden!"
Wie ihr am Sonntag verfolgen könnt, ob Marco Bezzecchi das Triple gelingt, erfahrt ihr in diesem Artikel:



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