Als sich Pol Espargaro am ersten Trainingstag der MotoGP-Saison 2023 bei einem Sturz in Portimao schwer verletzte, kam Jonas Folger als KTM-Testfahrer unverhofft zu insgesamt sechs Grand-Prix-Einsätzen. Dort sammelte er beachtliche neun WM-Punkte, ehe es wieder ruhig um die Startnummer 94 wurde. Weitere Auftritte in der Motorrad-Weltmeisterschaft im Rahmen des bis heute andauernden KTM-Engagements blieben Fehlanzeige, stattdessen fokussierte sich Folger wieder vollends auf Aufgaben abseits der medialen Öffentlichkeit. Doch das ändert sich am kommenden Wochenende wieder.

Dann wird Folger nämlich ziemlich überraschend wieder aktiv in den Motorradrennsport eingreifen und sein Debüt auf der Langstrecke geben. Das bestätigte der Deutsche, der am 13. August seinen 32. Geburtstag feiern wird, am Montagmittag offiziell in einer Presseaussendung. Sein Premierenrennen bei der EWC [Endurance World Championship, Anm.] könnte dabei nicht spektakulärer ausfallen: Es handelt sich um die legendären Suzuka 8h.

Die Suzuka 8 Hours zählen zu den prestigeträchtigsten Rennen in der Motorradwelt, Foto: HRC
Die Suzuka 8 Hours zählen zu den prestigeträchtigsten Rennen in der Motorradwelt, Foto: HRC

Jonas Folger gibt Renncomeback: Suzuka-Start mit Verspätung

"Ich freue mich gewaltig auf Suzuka und bin auch sehr aufgeregt, nach so langer Zeit wieder nach Japan zu reisen. Das letzte Mal war ich 2017 dort, was mir wie eine Ewigkeit vorkommt. Ich liebe Japan und habe es immer genossen, dorthin zu reisen", lässt sich Folger zitieren und weiß: "Mich erwartet dieses Wochenende in Suzuka eine völlig neue Herausforderung. Die Strecke ist für mich völliges Neuland. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum ich so aufgeregt bin. In dieser Rennwoche wird alles neu und anders sein als ich es gewohnt bin. Der Ablauf wird völlig anders sein. Hinzu kommen die taktischen Manöver, die ein Langstreckenrennen erfordert und die wir im Detail durchgehen werden. Das wird für mich wirklich spannend."

Noch zu Tech3-Zeiten hatte sich Teamchef Herve Poncharal um einen Start seiner beiden Piloten bei den acht Stunden von Suzuka bemüht, doch Folger und auch Johann Zarco lehnten seinerzeit ab. Mit Langstreckenrennen hat Ersterer folglich keinerlei Erfahrungen. An den Start gehen wird Folger mit dem S-Pulse Dream Racing Team, mit dem früher auch schon Marcel Schrötter bei den Suzuka 8 Hours teilgenommen hatte. Über Folgers guten Kumpel sei der Kontakt mit dem Team auch überhaupt erst zustande gekommen. Schrötter selbst nimmt 2025 übrigens auch am Langstrecken-Highlight in Japan teil, fährt gemeinsam mit Ryo Mizuno und Leon Haslam eine Ducati Panigale V4R, während sich Folger eine Suzuki GSX-R1000R mit Hideyuki Ogata und Sodo Hamahara teilen wird.

Besondere Ziele gibt es übrigens nicht. "Zuerst freue ich mich darauf, das Team, seine Arbeitsweise und natürlich das Motorrad und sein Fahrverhalten kennenzulernen. Dazu gehört auch, die Strecke kennenzulernen", sagt Folger und ergänzt: "Ich freue mich auf mein erstes Suzuka-Abenteuer und hoffe, dass wir am Ende als Team ein gutes Ergebnis erzielen können. Hoffentlich bleiben wir von technischen Defekten verschont und kommen ohne Stürze durch die lange Distanz. Ich danke dem Team für sein Vertrauen in mich, da ich noch keine Erfahrung mit Langstreckenrennen habe. Ich möchte mich auch ganz herzlich bei KTM für die spontane Freigabe bedanken, dass ich in Suzuka dabei sein kann."

MotoGP-Transfermarkt geht in heiße Phase: Alle Updates für 2026 (09:06 Min.)

Los geht es für Folger schon an Mittwoch und Donnerstag, wenn in Suzuka die letzten Testfahrten vor dem Start des Rennwochenendes stattfinden. Am Freitag geht es dann mit den offiziellen Trainings los, am Samstag folgt das Qualifying. Die Suzuka 8h selbst werden am Sonntag (03.08.) um 12:00 Uhr Ortszeit gestartet, also um 05:00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit.

Mit Markus Reitenberger, Marvin Fritz und Daniel Rubin nehmen auch noch drei weitere Deutsche teil. Aus der Schweiz sind Valentin Suchet und Robin Mulhauser am Start, aus Österreich Jan Mohr. Zudem fahren mit Johann Zarco (Honda) und Jack Miller (Yamaha) auch zwei aktuelle MotoGP-Stars mit. Wieso Letzterer unbedingt nochmal nach Suzuka wollte, erfahrt ihr in diesem Artikel: