KTM plant in der MotoGP-Saison 2025 keine Wildcards. Was Beobachter als Sparmaßnahme im Angesicht des Insolvenzverfahrens zu Beginn des Jahres beurteilten, erklärte der Hersteller selbst mit mangelndem Nutzen der bis zu sechs möglichen Extra-Einsätze. Dem widersprach nun Testfahrer Pol Espargaro vehement.

Pol Espargaro braucht Renneinsätze: Fahrer dürfen Feuer nicht verlieren

Der Spanier war beim Grand Prix in Brünn erstmals in der Saison 2025 im Einsatz. Allerdings handelte es sich nicht um eine Wildcard, er fuhr vielmehr äußerst erfolgreich als Ersatzpilot für den verletzten Maverick Vinales bei Tech3. Natürlich wurde er dort auch auf das Thema Wildcards angesprochen.

Keine Wildcards, 4 unterschiedliche Bikes: KTM sucht MotoGP-Weg (08:00 Min.)

"Ich würde lieber als Wildcard fahren, wo alles normal ist und wir neue Sachen testen, die auch aufregend für das Werksteam sind", fing er an. Es folgte ein Plädoyer für den Einsatz von Wildcard-Piloten. "Wenn ich in die Position komme, dass ich einen sehr schnellen Fahrer wie Maverick [in Brünn, Anm. d. Red.] ersetzen muss, dann glaube ich, dass meine Rückmeldung an das gesamte Team besser ist, wenn ich an das Rennfahren gewöhnt bin. Ich will das nicht verlieren. Sobald du es einmal verloren hast, dann ist es sehr schwierig, es zurückzuerlangen", argumentiert der Moto2-Weltmeister von 2013 mit der Leistungsfähigkeit der Ersatzleute.

KTMs Wildcard-Verzicht auch Risiko für MotoGP-Testarbeit

Für Espargaro sind regelmäßige Renneinsätze aber auch für sein Kerngeschäft wichtig: "Du musst das Feuer in den Fahrern aufrechterhalten, um sie konkurrenzfähig zu halten. Nicht nur, damit sie Rennfahren können, sondern auch für die Testfahrten." Nur mit einem Fahrer, der das Material an Limit bringt, könne die optimale Testarbeit verrichtet werden: "Ich bin noch nah dran in Sachen Rundenzeit. Das ist wichtig, um die Leistungsfähigkeit [neuer Teile] einzuschätzen. Dafür wäre es wichtig, an der Rennstrecke zu sein und nicht darauf zu warten, dass sich jemand verletzt."

KTM-Testfahrer Pol Espargaro
Pol Espargaro würde gerne mehr Wildcards fahren, Foto: IMAGO / Panoramic by PsnewZ

Die Nummer 44 fürchtet, dass er für seine große Leidenschaft langsam außer Übung kommen könnte. "Ich vermisse es. Ich vermisse das Rennen fahren. Ich fahre gern Rennen. Ich sehe mich als Rennfahrer und nicht nur als Testfahrer. Ich habe immer noch den Speed", betont er. Deswegen lautet seine Antwort auf die ideale Zahl an Einsätzen auch: "So viele Wildcards wie möglich!" Bei den aktuellen Plänen von KTM lautet die Anzahl derzeit aber Null.

Einen Einsatz der anderen Art hatte Espargaro auf dem Norisring. Auf dem Kult-Kurs der DTM zog er eine spektakuläre Show ab. Mehr dazu hier: