Die erste Jahreshälfte 2025 war für das MotoGP-Projekt von KTM keine erfreuliche. Zuerst plagten den Konzern wirtschaftliche Sorgen, dann kam auch noch ein sportlich enttäuschender Saisonstart und Wechselgerüchte um Pedro Acosta und Enea Bastianini hinzu. Mittlerweile ist das Unternehmen gerettet, KTM wieder auf den vorderen Rängen der Königsklasse zu finden und auch Fahrerabgänge sind kein Thema mehr.

KTM gelingt Trendwende: Erfolgreicher MotoGP-Sommer

Vor allem seit dem letzten Rennen der ersten Saisonhälfte in Brünn ist bei KTM ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar. "In Brünn haben wir eine gute Basis geschaffen, was uns einen angenehmen Sommer ermöglicht hat, in dem wir weitere kleine Schritte machen konnten", erklärt KTM-Motorsportchef Pit Beirer. Diese bestätigten sich mit einem Aerodynamik-Upgrade in Spielberg, das von allen Fahrern gelobt wurde und Pedro Acosta im Sprint erneut auf das Podium brachte.

Pedro Acosta wirft seine Kappe ins Publikum
Pedro Acosta schenkte KTM ein Heim-Podium, Foto: IMAGO / NurPhoto

Motorsportchef Beirer wollte bei den jüngsten Erfolgen seiner Stammfahrer aber auch einen Piloten hervorstreichen, der nicht im Rampenlicht steht. "Ich möchte mich an dieser Stelle bei Dani Pedrosa bedanken", so Beirer. Pedrosa, formell als Testfahrer bei KTM angestellt, zeichnete sich in der schwierigen Phase nämlich als Stratege im Unternehmen aus: "Er hat mir in der Zeit, als wir wirklich am Boden waren, ein paar sehr deutliche Tipps gegeben. Er war ein großartiger Partner für mich, um wieder auf den richtigen Weg zurückzufinden."

Dani Pedrosa: Keine typischen KTM-Fehler!

Beirer erklärt, was genau ihm Pedrosa, der vor seiner Zeit bei KTM 13 Jahre MotoGP-Erfahrung mit Honda anhäufte, vermittelte: "Sein Ratschlag war es, nicht den typischen KTM-Fehler zu machen und völlig zu rotieren, wenn die Dinge einmal nicht nach Wunsch laufen. Wir haben oft zu schnell und zu wild reagiert. Dieses Mal ist uns klar geworden, dass wir einfach keine Basis hatten, mit der unsere vier Fahrer arbeiten und sich so gegenseitig helfen konnten. Danis Tipp nach den ersten positiven Entwicklungen war dann: 'Wir dürfen jetzt nicht durchdrehen und unsere Einsatzfahrer einfach mit besseren Teilen aus dem Testteam bewerfen.' Wir brauchten zuerst einen ordentlichen Plan und ausreichend Teile für alle Fahrer. Dani hat uns geholfen, ruhig zu bleiben. In der MotoGP hast du ja eigentlich nie Zeit und willst Updates immer sofort bringen, aber es muss ein Plan dahinterstecken. Sonst verursachst du nur noch mehr Chaos. Das ist uns über die Jahre hinweg in diesem Projekt leider immer wieder passiert."

Dani Pedrosa und Pit Beirer
Dani Pedrosa und Pit Beirer: Ein starkes Duo, Foto: KTM / Rob Gray (Polarity Photo)

Die KTM-Führungsebene hörte auf Pedrosa - mit Erfolg. "Wir sind glücklich, wo wir jetzt sind. Aber Dani warnt uns weiterhin, dass wir nicht langsam und stetig auf den richtigen Weg zurückfinden können, dann aber wieder durchdrehen und in einem Höhenflug enden", so Beirer. Er sieht seine Truppe nun aber auf dem richtigen Weg. "Ich glaube, dass unser Team besser als jemals zuvor ist. Die Kommunikation zwischen der Fabrik und der Rennstrecke ist jetzt viel kanalisierter und kontrolliertet als zuvor. Dieses Gefühl kommt jetzt auch Stück für Stück bei unseren Fahrern an. Das ist das Wichtigste: Wenn du keine selbstbewussten Fahrer hast, dann wird es auch keine guten Resultate geben. Wir sind jetzt aber auf einem guten Weg und wollen genau so weitermachen."

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